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Teheran

Polizei löst Trauerfeier auf

Mehrere hundert Menschen versammeln sich am Grab der bei den Unruhen erschossenen Neda Agha-Soltan. Polizisten gehen mit Schlagstöcken gegen die Trauernden vor.

Teheran. Iranische Sicherheitskräfte haben am Donnerstag in Teheran eine Trauerfeier zum Gedenken an die Opfer der jüngsten Proteste aufgelöst. Mehrere hundert Menschen hatten sich am Grab von Neda Agha-Soltan versammelt. Die junge Frau war vor 40 Tagen bei Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad getötet worden.

Die Polizei ging nach Angaben von Augenzeugen mit Schlagstöcken gegen die Trauernden vor. Es habe auch Festnahmen gegeben. Neda Agha-Soltan war am 20. Juni auf offener Straße in Teheran erschossen worden. Ihr Tod wurde zum Symbol der Protestbewegung und löste auch international Bestürzung aus.

Auch Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi wollte sich den Angehörigen der Opfer anschließen. Schiitische Muslime gedenken 40 Tage nach dem Tod traditionell eines Verstorbenen. Sicherheitskräfte hinderten Mussawi jedoch daran, aus seinem Auto auszusteigen.

Darauf skandierten die Demonstranten "Allah'u Akbar (Gott ist groß)" und "Tod dem Diktator". Die Polizei, die zu mehreren Hundert angerückt war, trieb die Menge auf dem großen Friedhof Behescht-e Sahra im Süden Teherans anschließend auseinander.

Auch anderswo wollten sich Oppositionsanhänger mit brennenden Kerzen zum Gedenken an die Toten versammeln. Offiziell waren bei den Protesten der Oppositionsanhänger 20 Menschen ums Leben gekommen. Ein iranischer Abgeordneter hatte vor kurzem aber von 30 Todesopfern gesprochen.

Die Behörden hatten vergangenen Woche einen Antrag der Oppositionsführer Mussawi und Mehdi Karrubi abgelehnt, auf dem großen Teheraner Mosalla-Gebetsplatz eine öffentliche Trauerfeier zu veranstalten. Trotz des Verbotes wollten Mussawi und Karrubi jedoch mit den Angehörigen der Opfer auf dem Friedhof der Toten gedenken.

Die Opposition wirft der Regierung Wahlfälschung vor und erkennt die Wiederwahl des erzkonservativen Ahmadinedschad nicht an. Der Tod der 27 Jahre alten Neda war mit Handykameras aufgenommen und anschließend im Internet verbreitet worden. Sie war von einer Kugel im Bauch tödlich getroffen worden. Die Bilder von ihrem Tod gingen um die Welt. Die genauen Umstände ihres Todes sind weiter ungeklärt. (dpa)

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