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Eine Demonstrantin in Minsk spricht mit Polizisten, die mit Schutzschildern eine Barrikade bilden.
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Eine Demonstrantin in Minsk spricht mit Polizisten, die mit Schutzschildern eine Barrikade bilden.

Gewalt in Weißrussland

Belarus: Mit Gas und Gummiknüppeln - Demonstranten von Polizei brutal attackiert

  • Stefan Scholl
    VonStefan Scholl
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Erneut riskierten Demonstranten in Belarus Freiheit und Gesundheit. Auf den Protestzügen reagierte die Polizei mit brutalen Maßnahmen.

  • In Belarus gingen am vergangenen Sonntag erneut über Zehntausend Demonstranten auf die Straße.
  • Die Polizei reagierte mit Gewalt gegen die Demonstranten.
  • Die Demonstrierenden wurden mit Gas und Gummiknüppeln angegriffen.

Belarus – Am Traktorenwerk hätten die Polizeikräfte die Demonstrantinnen und Demonstranten eingekreist, heißt es in einem Telegram-Chat der Oppositionellen. „Ich bin durchgeschlüpft“, schreibt eine Demonstrantin. „Unsere Kolonne haben sie zerschlagen.“

Zehntausend Demonstranten fordern Lukaschenko auf zu verschwinden.

Gestern sind in Belarus wieder Zehntausende Menschen gegen Staatschef Lukaschenko und seinen manipulierten Wahlsieg August auf die Straße gegangen. Das Oppositionsportal Golos zählte in Minsk gegen 16 Uhr über 126 000 Personen auf den Protestzügen. Sie schwenkten Fahnen in den weiß-rot-weißen Farben und forderten Lukaschenko in Sprechchören auf zu verschwinden. Aber laut dem Telegramkanal Nexta wollte die Opposition vor allem gegen die Massenfestnahmen der vergangenen Tage protestieren – nach Polizeiangaben waren allein am Samstag in der Hauptstadt 91 Menschen festgenommen worden. Viele Demonstrierende trugen Fotos von Gleichgesinnten mit sich, die im Gefängnis sitzen.

Tatsächlich riskierten die Teilnehmer gestern Freiheit und Gesundheit. Das Nachrichtenportal tut.by zeigte ein Video, auf dem Sanitäter Verletzte davontragen, die von Einsatzpolizisten auf der Tschebotarowa-Straße in Minsk zusammengeschlagen worden waren. Auch in der Stadt Grodno wurde eine Kundgebung von Sicherheitskräften attackiert, die Gas in die Menge sprühten. In Witebsk griff die Polizei die Demonstrantinnen und Demonstranten mehrfach mit Gummiknüppeln an, in Brest schnitt sie laut tut.by die Spitze des Protestzuges ab und nahmen etwa 20 Menschen fest. Die Staatsmacht taktierte deutlich aggressiver als bei den Massendemos an den drei Sonntagen zuvor, es kam schon früh am Tag zu Verhaftungen. Reporter berichten, schon vor dem Beginn der eigentlichen Kundgebungen um 13 Uhr hätten die Ordnungshüter vor allem weiß-rot gekleidete Einzelpersonen in bereitstehende Polizeibusse geschleppt.

Gewaltiger Polizeiaufmarsch vor dem Palast: Die Demonstranten sind Schützenpanzern und Fußsoldaten ausgesetzt.

Lukaschenko setzt wieder auf Gewalt. Seine Mannschaft ist außerstande, mit dem Volk zu kommunizieren, kann es nur auseinanderjagen oder festnehmen“, sagte Dmitri Nawoscha, Führer der belarussischen Diaspora in Moskau der FR. „Aber das wird nur noch mehr Leute auf die Straße bringen.“

Schon am vergangenen Sonntag hatte die Staatsmacht in Minsk außer Einsatzpolizisten auch Schützenpanzer und Fußsoldaten mit Kalaschnikow-Sturmgewehren in Stellung gebracht. Diesmal tauchten vor dem Unabhängigkeitspalast, dem Amtssitz Lukaschenkos, auch Stacheldrahtverhaue auf. Außerdem beschallte die Staatsmacht die Menge aus Lautsprechern mit einem Audio, in dem behauptet wurde, die weiß-rot-weiße Flagge der Opposition sei ein Symbol der Faschisten, die als Handlager der Nazi-Besatzer Tausende Belarussen ermordet hätten. Die Menschen antworteten mit Pfiffen. Bei Redaktionsschluss waren die Proteste noch im vollen Gang. (Von Stefan Scholl)

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