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Politologe sieht Radikalisierung der Klimabewegung – „Erinnert an RAF-Mitglieder“

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Von: Katja Thorwarth

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Aktivist:innen von „Ende Gelände“ bei einer Blockade-Aktion.
Aktivist:innen von „Ende Gelände“ bei einer Blockade-Aktion. © Markus Scholz/dpa

Politologe Alexander Straßner fürchtet eine Radikalisierung von Klimaaktivist:innen. Und zieht einen drastischen Vergleich.

Osnabrück - Bereits 2019 veröffentlichte der Politologe Alexander Straßner einen Gastbeitrag in der Welt. „Ein Hilfeschrei der Jugend? Eher ein Vorbote extremistischen Denkens“, ist der Text übertitelt, der die „Fridays for Future“-Bewegung zum Gegenstand hat und eine „Dämonisierung“ Andersdenkender unterstellt: „Die Abwertung des Gegenübers etwa als ‚alter, weißer Mann‘, den man nicht brauche, so die ‚Fridays for Future‘-Aktivistin Luisa Neubauer, ist mehr als ein Hilfeschrei der Jugend. Es ist ein Vorbote von extremistischen Denkformen“, schreibt Straßner in dem Springer-Medium. Auch sei das Interesse der Jungen, gemeint ist wohl der Klimaschutz, nur eins von vielen.

Aktuell, gut drei Jahre später, legt Straßner noch einmal nach und warnt mit Blick auf jüngste Blockaden von Straßen und Kohlekraftwerken erneut vor einer Radikalisierung der Klimaaktivist:innen. „Das erinnert mich frappierend an die ersten RAF-Mitglieder, die in die Illegalität gegangen sind“, sagte er in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung: „Sie waren wie die Klimaaktivisten heute überzeugt: Wer nicht mitzieht, den müssen wir zwingen.“

Klimaaktivist:innen erheben absoluten Wahrheitsanspruch, findet Alexander Straßner

Weiter findet Straßner, dass die Klimabewegung in Teilen Züge einer Sekte trage und einen absoluten Wahrheitsanspruch erhebe. „Die Aktivisten behaupten von sich selbst, für eine ganze Generation zu sprechen. So diskriminieren sie systematisch andere Meinungen, und auch das ist ein Kennzeichen einer Radikalisierung.“ Diese Argumentationslinien habe auch die Rote-Armee-Fraktion gezeigt, sagte Straßner, der als außderplanmäßiger Professor an der Universität Regensburg lehrt.

Er sieht Gruppen wie „Letzte Generation“, „Ende Gelände“ und „Extinction Rebellion“ besonders kritisch. „Sie weigern sich, den parlamentarischen Weg zu beschreiten, und behaupten, dafür sei die Zeit zu knapp.“ Noch fehle es diesen Gruppierungen allerdings an einer Galionsfigur, die für Militanz stehe. Dennoch geht er von einer weiteren Radikalisierung aus: „An den Rändern tummeln sich Extremisten, denen neue klimapolitische Maßnahmen nicht reichen. Für sie gibt es keine Kompromisse, sondern nur die eigenen Forderungen.“

Politologe Straßner promovierte zur dritten Generation der RAF

Straßner promovierte über die dritte Generation der RAF, wobei die Dissertation nicht nur positiv besprochen wurde. So schreibt der Soziologe Christian Hißnauer in seiner Rezension: „Verschwörungstheoretikern wird immer wieder vorgeworfen, nur die Quellen und Fakten zu zitieren, die ihren Argumentationslinien nutzten und andere zu unterschlagen. Will man die dabei herauskommenden Theorien widerlegen, so ist es jedoch wenig überzeugend, wenn man ähnlich arbeitet und argumentiert.“ (ktho)

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