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Stephan Protschka, AfD
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Stephan Protschka, Beisitzer im AfD-Bundesvorstand und Mitglied des Bundestages, auf dem politischen Aschermittwoch (17.02.2021).

„Pfui Merkel, Pfui Söder“

Politischer Aschermittwoch der AfD – Blasmusik und Dauerschleifen

  • Katja Thorwarth
    vonKatja Thorwarth
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Die politischen Parteien geben sich am Aschermittwoch im Internet ein Stelldichein. Wie schlagen sich die AfD und Markus Söder?

  • In Zeiten von Corona findet der politische Aschermittwoch im Internet statt.
  • Die Parteien treten im Wahljahr gegeneinander an.
  • Wie funktioniert der politische Aschermittwoch ohne Bierzelt bei AfD und CSU?

+++ 14.15 Uhr: Curio ist noch am Quasseln, die immer gleiche Leier, am politischen Aschermittwoch teils als Witzigkeit verpackt. Wenistens hat er als einziger den Verfassungsschutz noch nicht erwähnt. Ende des Tickers. Und Blasmusik. Jetzt.

+++ 13.45 Uhr: Letzter Redner ist Gottfried Curio, innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion. Er ist auf dem politischen Aschermittwoch der AfD Dauergast. Der ist ganz auf dem „Cancel Cultur“-Tripp. Bald dürfe man „möglicherweise Deutschland“ nicht mehr Deutschland nennen. Außerdem werde beim Schach Schwarz diskriminiert, voll witzig.

Es scheint so, als wolle Curio, wie so viele anderen alten weißen Männer, die Sprache von 1935 beibehalten. Die Veränderung der Sprache sei ein „Marsch durch die Unwahrheit“, ein Drama, dass „Ariel“ von Disney nun schwarz und nicht mehr weiß ist. Geht ja gar nicht. Gleichsam ist diskriminierende Sprache, wen wunderts, Teil der AfD-Wahrheit. Worte würden verboten, mehr „antideutsche Politik“ war nie, die totale Empörung, weil von einem „weltoffenen Patriotismus“ die Rede ist.

Boehringer hat ein Problem mit dem Verfassungsschutz – wie die gesamt AfD

+++ 13.30 Uhr: Bei der AfD folgt Peter Boehringer, Mitglied des Deutschen Bundestages. Er wurde durch E-Mails bekannt, deren Vokabular an die Zeit des Nationalsozialismus erinnerte. Und schießt sich auf die „Presse und die Altparteien“ ein, insbesondere wegen „Nazivorwürfen“. Was ist daran verkehrt, Herr Boehringer? Die arme AfD dürfe den Begriff des „Schießens“ nicht verwenden, im Gegensatz zu Otto. Vielleicht, weil man bei der AfD in der Vergangenheit an der Grenze auf Menschen schießen wollte?

„Das bisschen Schulden-Täterä, das tut doch wirklich keinem wäh“ - Boehringer versucht sich in Dichtkunst aus der Bütt. Und das mit alkoholfreiem Bier. Respekt. Söder sei „Operrettenkönig“ und der Verfassungsschutz nicht da, wenn man ihn braucht. Dann Corona, eine Seuche, harmlos im Gegensatz zur „Hysterie“ der Regierung. „Wenn ich die Grundrechte verdreh, das tut doch wirklich keinem weh“, Boehringer gibt alles. Impfpflicht durch die Hintertür? „Was wäre, wenn die Lufthansa nur Nicht-Geimpfte fliegen lassen würde?“, nun, war ja gestern noch Fasching. Boehringer gibt übrigens den Dauerdichter, vielleicht, weil auf Wikipedia der Mann auch unter „Autor“ geführt wird.

Boehringer nervt mit seinen ständigen Wiederholungen bezüglich des Verfassungsschutzes, der angeblich nicht da ist, wenn man ihn braucht. Die AfD scheint ziemliche Panik zu haben, im Ganzen als Beobachtungsfall eingestuft zu werden. Die AfD sei die Partei der „Wahrheit“, ein „molekularer Häuserkampf“ gegen all die „Lügner“ in sämtlichen Gewalten. Ok, es reicht jetzt. Bitte wieder Blasmusik.

Makus Söder voller Dankbarkeit auf dem politischen Aschermittwoch

+++ 12.20 Uhr: Wacht Markus Söder auf? Immerhin vergleicht er gerade die SPD mit Schalke 04. Dann die Grünen, die „Einfamilienhäuser abschaffen“ wollen. Das „linke Gesicht der Grünen“ wolle man nicht sehen. „Mehr Grün, aber nicht mehr Grüne ... Bayern ist ein grünes Land, ohne Grüne im Amt“. Söder umarmt Bäume lieber als Anton Hofreiter, dennoch seien die Grünen „charmente und kompetente Leute“, wobei bei der Kompetenz Fragen blieben.

Am Ende bedankt sich Söder, verspricht seine Treue für die CSU - und auch Bayern, das „schönste“ aller Bundesländer? Er bittet um Verständnis und meint es nicht böse: „Gott schütze Sie“. Blasmusik.

„Pfui Merkel, Pfui Söder“ - AfD-Mann Müller auf politischem Aschermittwoch der AfD

+++ 12.00 Uhr: Bei der AfD die übliche Blasmusik, nächster Redner ist Hansjörg Müller, Mitglied des Deutschen Bundestages. Die Zuhörer:innen („Helferlein“) klatschen freudig. Müller will die BRD in „SRD“ umbenennen, von wegen Schildbürger. Prost. Er spricht von Angstpropaganda, „Merkels Ziehvater Erich Hoecker“, der sich im Grab umdreht, gekauften Beratern und „SED 2.0“.

„Pfui Merkel, Pfui Söder“ - jetzt wird es emotional. Der Verfassungsschutz sei teil eines Unterdrückungsapparates, unterdrückt werden die friedlichen „Bürgerbewegungen“, ob er damit auch die Reichsbürger meint?

Prost, er bekommt den bislang größten Applaus. Und Blasmusik.

Wie viel Kreide hat Markus Söder vor dem politischen Aschermittwoch zu sich genommen?

+++ 11.45 Uhr: Markus Söder spricht „von den wahren Opfern der Pandemie“, ihm breche jedes Opfer das Herz. Den Text hat er nicht neu schreiben müssen, den hat Söder beim Neujahrsempfang der CDU NRW schon einmal abgespult. Mit Franz Josef Strauß hat das alles nix zu tun. Und bei der AfD spricht wieder der Protschka. Puh.

Wie kommt Söder eigentlich dazu, Olaf Scholz mangelhaften Unterhaltungswert vorzuwerfen. Vielmehr Glashaus geht nicht. Er hält seinen Corona-Vortrag, wie es täglich in PKs geschieht - nur eben etwas ausführlicher. Er trinkt übrigens Cola light. Mal schauen, was die AfD macht.

+++ 11.35 Uhr: Wechseln wir zur CSU nach Passau. Armin Laschet (CDU) hat gerade sein Grußwort formuliert, jetzt ist Markus Söder (CSU) im „CSU“-Wohnzimmer zu sehen, den Bierkrug auf dem Tisch, der Korb mit Brezeln und Käse-Wurst-Platte. Die CDU habe den politischen Aschermittwoch erfunden, die anderen machten das nach - analog zur „Tofuwurst“. Warum Olaf Scholz für die SPD rede, wo er doch den „Blutdruck senke“ anstatt steigere?

„Wir haben das mit Corona doch ganz gut gemacht ...Lassen wir uns doch freuen und dankbar sein“, aha, welchen Geschmeck hat die Kreide, die Söder zu sich genommen hat?

„Kubasyndrom von Merkel und Söder“ - politischer Aschermittwoch der AfD

+++ 11.11 Uhr: Nächster Redner ist Gerd Mannes, der wohl einen der kürzesten Wikipedia-Einträge für einen AfD-Politiker hat. Der hat Angst, Witze zu machen, die ihm eventuell als „Hetze“ ausgelegt werden könnten - also die typische Opfer-Rolle, wie sie die AfD seit Jahr und Tag pflegt. Böse ist der Verfassungsschutz und Deutschland diesbezüglich mit Weißrussland vergleichbar. Daneben muss das Feindbild natürlich die CSU sein, der AfD immerhin inhaltlich am nächsten. Ob die Blaubraunen das wahr haben wollen oder nicht. „Wer CSU wählt, der wählt grün“, ist insofern natürlich quatsch.

Puh- und Pfuirufe aus dem Saal, indem angeblich nur die Presse und Helfer:innen sitzen. Jetzt wird es eine Rede wie auf einem AfD-Parteitag. Langweilig, gebt dem Mann doch mal ein Bier. „Kubasyndrom von Merkel und Söder“, ok, der war gut. Und wieder Blasmusik.

Update, 10.56 Uhr: Nach neunmal Dauerschleife geht es live los. Die Redner bekommen übrigens alkoholfreies Bier. Los geht es mit Stephan Protschka, Mitglied des Deutschen Bundestages. Der will die CSU in den „Boden stampfen“, und frauenfeindlich sei die AfD durchaus nicht. Potenzielle Rednerinnen lägen derzeit im „Krankenbett“. Die „Merkel-Söder-Diktatur“ muss natürlich gleich die Zuhörerschaft in Stimmung bringen, ebenso die Erzählung, dass man ja nicht „ausländerfeindlich sei“, da man doch so viele „Ausländer“ kenne.

„Satanisten sind auch die Globalisten sind die Kommunisten und ihr Programm wurde von KGB geplant!“, kommentiert „Lilli Weiz“ auf YouTube. Und jetzt wieder fröhliche Volksmusik. Trompete und Akkordeon.

Politischer Aschermittwoch der AfD startet mit Uraltbildern

Ursprungstext: Rumparumpa Trallala - mit fröhlicher Blasmusik unterlegt die AfD ihr himmelblaues Parteilogo mit rotem Phalluspfeil. Mit dem Bild klappt es bislang nicht so recht. „Passt das so?“ Nein, bislang nicht, außer, die Blaubraunen verstehen unter dem politischen Aschermittwoch ein Standbild.

Sollte das irgendwann einmal etwas werden, Hauptredner ist in der reinen Männerrunde Gottfried Curio, er stellt sozusagen den Gegenpart zum verhassten bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, aber Blasmusik und Bier - das dürfte ein kausaler Zusammenhang sein.

Politischer Aschermittwoch bei der AfD: Blasmusik und Parteilogo

Curio ist innenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion und bekannt geworden durch seine Flüchtlings-feindlichen Aussagen („Messermigration“) im Bundestag. Auch wenn um 10.22 Uhr noch nicht viel passiert ist, sind die Anhänger:innen auf YouTube fleißig am Kommentieren: „Ich bin Mitglied der AfD....Wie bekommen wir viel mehr Mitglieder??? Bitte auch Personen aufnehmen, die nur 30 Euro im Jahr zahlen wollen.“ Warum nicht. Oder: „Wenn der Gastgeber Witze macht, dann lache ich natürlich.“ Natürlich. „AfD benötigt besseres Marketing“ - und eine bessere Technik, immerhin ist es bereits 10.28 Uhr.

Im Hintergrund Gemurmel - „wo stellen wie das Tischchen hin?“ - und noch ein bisschen Blasmusik. Markus Söder spricht übrigens um 11 Uhr, mal sehen, ob die AfD bis dahin schon ihre Attacken gegen das links-versiffte Söder-Regime gestartet haben.

Bilder vergangener Tage: AfD in Dauerschleife

Ein Bild, und siehe da. Ein Zusammenschnitt vergangener Tage, als die Präsenz, der Einmarsch mit Deutschlandfahne und Bauernflagge im Alkoholrausch noch gestattet war. Das ist nun einigermaßen schräg. Der Zusammenschnitt in Dauerschleife, im Hintergrund aus dem Off ein greinender AfD-Bayer, der von der „geilsten Partei“ Deutschlands spricht. Und zum dritten Mal die gleichen Bilder. Soll das nun bis 13 Uhr so weiter gehen? Zum vierten Mal die gleiche Schleife.

Die AfD dreht zum siebten Mal nun die gleiche Schleife. Wenn das so weiter geht, wechsel ich zu den Grünen. Zum achten Mal „sind wir vielleicht nur so etwas wie ein Kieselstein in den Schuhen der Altparteien?“, ja, jetzt kann ich es auswendig. Die Frage ist: technische Panne oder Gehirrnwäsche durch Dauerschleife oder Redner bereits (politischer Aschermittwoch) redeunfähig? (Katja Thorwarth)

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