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Führende Politiker in aller Welt haben den am Donnerstag verstorbenen Palästinenserpräsidenten Yassir Arafat gewürdigt.

Politiker würdigen Arafat

Hoffnung auf Friedenschance für Nahost

Hamburg (dpa/rtr). US-Präsident Georg W. Bush sprach von einem bedeutenden "Moment in der palästinensischen Geschichte". Er hoffe, dass die Zukunft den Palästinensern "Frieden und die Erfüllung ihres Strebens nach einem unabhängigen, demokratischen Palästina" bringe, das in Frieden mit seinen Nachbarn lebe.

Die EU würdigte den Einsatz Arafats für die palästinensische Sache. Das palästinensische Volk habe mit dem Tod seines Präsidenten einen historischen Führer verloren, erklärte der niederländische Außenminister Ben Bot als amtierender Ratsvorsitzender der EU.

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon sieht die Chance auf eine "historische Wende". Seine Regierung werde sich bemühen, mit der neuen Palästinenserführung rasch eine friedliche Lösung auszuhandeln. Israel strebe nach Frieden, versicherte Scharon. Justizminister Josef Lapid sagte über Arafat: "Ich habe ihn gehasst wegen des Todes von Israelis." Und er habe ihn "gehasst, weil er nicht zugelassen hat, dass der Friedensprozess vorankommt." Der frühere Regierungschef Schimon Peres sagte: "Der größte Fehler Arafats war, sich dem Terror zuzuwenden." Seine größten Leistungen habe er beim Versuch vollbracht, Frieden zu schaffen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder erklärte, Arafat sei es nicht vergönnt gewesen, "sein Lebenswerk zu vollenden". Außenminister Joschka Fischer mahnte, für einen geordneten Machtübergang sei die baldige Wahl einer neuen Palästinenserführung äußerst wichtig.

Der französische Präsident Jacques Chirac rief zur Umsetzung des internationalen Nahost-Friedensplanes "Road Map" auf. Die Staatengemeinschaft müsse ihr ganzes Gewicht einsetzen, um sie ins Werk zu setzen.

Auch der britische Premierminister Tony Blair betonte, das Wichtigste sei den Nahost-Friedensprozess neu zu beleben. Arafat bezeichnete er als "große Leitfigur für das palästinensische Volk".

Russland rief die internationale Gemeinschaft, Israel und die Palästinenser zu verstärkten Friedensbemühungen auf. Der russische Staatschef Wladimir Putin sprach von einem schweren Verlust für alle Palästinenser. Der japanische Regierungschef Junichiro Koizumi würdigte den Einsatz Arafats für einen Frieden im Nahen Osten.

In der arabischen Welt wurde die Nachricht mit Bestürzung aufgenommen. Ägypten rief eine dreitägige Staatstrauer aus. "Wir haben ihn als Verteidiger des Rechts und Kämpfer gegen die Besatzung sowie im Einsatz für Frieden kennen gelernt", sagte Präsident Husni Mubarak über Arafat.

Papst Johannes Paul II. betete nach Angaben seines Sprechers für den Frieden im Nahen Osten. Der Vatikan hoffe auf baldigen Frieden im Heiligen Land, "mit zwei unabhängigen und souveränen Staaten, die sich endlich untereinander ausgesöhnt haben".

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