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Stefan Ruppert wird nächstes Jahr nicht mehr als Landesparteivorsitzender kandidieren. Hier ist er auf dem Landesparteitag FDP Hessen in Wetzlar zu sehen.

FDP-Chef geht von Bord

FDP-Chef Stefan Ruppert verlässt die Politik und tritt einen Vorstandsposten in der Wirtschaft an

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Paukenschlag bei der hessischen FDP: ihr Vorsitzender Stefan Ruppert verlässt die Politik. Im Jahr 2020 wird er nicht mehr zur Wahl des Parteivorsitzenden antreten.

Der hessischen FDP steht überraschend ein Führungswechsel bevor. Der Vorsitzende der Landespartei, Stefan Ruppert, verabschiedet sich im nächsten Jahr aus der Politik und tritt eine Stelle als Vorstandsmitglied beim Medizinunternehmen B. Braun Melsungen an. Das teilte der 48-jährige Jurist am Dienstag in einem Schreiben an die Mitglieder der Partei mit. 

Wer seine Nachfolge antritt, ist ungewiss. Ruppert sagte der Frankfurter Rundschau, er werde beim Parteitag im Juni 2020 nicht wieder für den Landesvorsitz kandidieren. Bereits zum 31. März 2020 scheide er aus dem Bundestag aus. Dort zählt Ruppert als einer von drei Parlamentarischen Geschäftsführern zur Führung der FDP-Fraktion. Zur Begründung für seinen Rückzug sagte Ruppert der FR: „Ich mache sehr gerne Politik, aber nicht bis zum Lebensende.“ 

FDP: Hessens Parteichef tritt zurück

Für ihn sei immer klar gewesen, dass er noch eine berufliche Laufbahn nach der Politik beschreiten wolle. Das Unternehmen B. Braun, für das er schon vor seiner Zeit im Bundestag tätig war, betreibe „soziale Marktwirtschaft, wie ich mir das vorstelle“. Dort werde er als Vorstand für Personal und Recht zuständig sein, mit einer Verantwortung für 65 000 Beschäftigte. 

Der Verfassungsjurist Ruppert steht seit 2014 an der hessischen FDP-Spitze. Der Oberurseler hatte die Partei in einer besonders schwierigen Phase übernommen. Die Freien Demokraten waren 2013 aus dem Bundestag geflogen und am gleichen Tag nur hauchdünn, mit exakt 5,0 Prozent der Stimmen, wieder in den Hessischen Landtag zurückgekehrt. Ruppert war anschließend für die Abwicklung der FDP-Bundestagsfraktion und ihrer Beschäftigten zuständig. 

Inhaltliches Hauptthema Bildung

Er habe in den Jahren seit 2014 dazu beigetragen, dass die Partei „innerlich aufgerichtet“ worden sei, beschrieb Ruppert die Leistung der vergangenen Jahre. Inhaltlich habe die FDP „den mündigen, eigenverantwortlichen Menschen nach vorne gestellt, nicht nur den Steuerzahler“. So habe man das Thema Bildung in den Vordergrund gerückt. Zudem habe sich ein Team in der Landes-FDP gefunden, „das ungeheuer gern zusammengearbeitet hat“. 

Ruppert hatte 2014 den früheren hessischen Justizminister Jörg-Uwe Hahn an der Parteispitze abgelöst. Auf Wunsch des neuen Vorsitzenden hatte die hessische FDP damals den Posten einer Generalsekretärin geschaffen. Er wurde mit Bettina Stark-Watzinger besetzt. Die 51-Jährige aus Bad Soden, die wie Ruppert in Frankfurt geboren wurde, gehört seit dem Wiedereinzug der FDP im Jahre 2018 gemeinsam mit Ruppert dem Deutschen Bundestag an.

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