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„US-Juden müssen sich zusammenreißen“ – Trump schockiert mit Aussage

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Von: Tim Vincent Dicke

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Ex-US-Präsident Donald Trump auf dem Weg zur New Yorker Generalstaatsanwaltschaft (Symbolbild)
Fühlt sich von US-amerikanischen Jüdinnen und Juden nicht wertgeschätzt: der frühere US-Präsident Donald Trump. (Archivfoto) © Julia Nikhinson/dpa

Der frühere US-Präsident Donald Trump sorgt mit einem „beleidigenden und abstoßenden“ Posting auf Truth Social für Ärger.

Washington, D.C. – Donald Trump steht wieder einmal in der Kritik. Der frühere Präsident hatte zuvor auf seiner eigenen Social-Media-Plattform US-amerikanische Jüdinnen und Juden attackiert. Beobachter:innen werfen dem umstrittenen Republikaner nun Antisemitismus vor.

Eigenen Angaben zufolge fühlt sich der 76-Jährige nicht genug wertgeschätzt von jüdischen Menschen in den Vereinigten Staaten. „Kein Präsident hat mehr für Israel getan als ich“, schrieb er in bekannter Trumpscher Manier in einem Beitrag auf Truth Social. „Etwas überraschend ist jedoch, dass unsere wunderbaren Evangelikalen dies viel mehr zu schätzen wissen als die Menschen jüdischen Glaubens, vor allem diejenigen, die in den USA leben“, fügte Trump hinzu.

Donald Trump beschwert sich über jüdische Gemeinde

Dass der Republikaner viel engagierter gewesen sei als andere US-Präsidenten, ist ein bekanntes Narrativ Trumps. „Niemand hat je mehr für das Christentum getan, niemand hat je mehr für Religionen aller Art getan als ich“, lobpreiste Trump sich im Mai. Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd sagte er: „Niemand hat jemals so viel für Afroamerikaner getan wie Trump.“ Damals hatte er noch das Präsidentenamt inne.

Nur die jüdische Gemeinde in den USA könnte Trump nicht verstehen, beschwerte sich der ehemalige Staatschef. „Es ist eine andere Geschichte bei denjenigen, die in Israel leben.“ Dort habe er die höchste Zustimmungsrate der Welt, er könne dort locker Premierminister werden, huldigte sich der Republikaner selbst. „US-Juden müssen sich zusammenreißen und zu schätzen wissen, was sie in Israel haben – bevor es zu spät ist!“, schrieb Trump.

„Abstoßend“: Kritik an Trump-Post in den USA

Innerhalb kürzester Zeit sorgte das Posting für massive Kritik. „Hier gibt es nichts zu sehen“, reagierte Yaakov Katz, Chefredakteur der israelischen Tageszeitung Jerusalem Post, ironisch auf Twitter. „Nur ein ehemaliger US-Präsident, der sich in einer Zeit, in der der Antisemitismus weltweit zunimmt, drohend gegenüber amerikanischen Juden äußert.“

Auch die Anti-Defamation League sprach sich deutlich gegen die Äußerungen Trumps aus. Die Organisation setzt sich gegen die Diskriminierung jüdischer Menschen ein. „Wir brauchen keinen ehemaligen Präsidenten, der sich bei Extremisten und Antisemiten beliebt macht, um uns über die Beziehungen zwischen den USA und Israel zu belehren“, schrieb Chef Jonathan Greenblatt auf Twitter. Die Bemerkungen Trumps seien „beleidigend und abstoßend“.

Demokrat Jon Cooper merkte an: „Kann irgendjemand Trump bitte sagen, dass die amerikanischen Juden ihn nicht unterstützen, weil er ein bigottes, antisemitisches, rassistisches, homophobes, frauenfeindliches, korruptes, lügendes, faschistisches und verräterisches Arschloch ist.“ (tvd)

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