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EU-Außengrenze

Katastrophale Lage an Polens Grenze zu Belarus: Tausende verbringen weitere Nacht in Kälte

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Die Verzweiflung unter den Menschen an der belarussisch-polnischen Grenze wächst: Bereits die dritte Nacht verbringen Tausende frierend in einem provisorischen Camp.

Warschau/Minsk – Die Lage an der belarussisch-polnischen Grenze verschlimmert sich weiter. Auch nach Tagen warten tausende Menschen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf Hilfe. Vorerst mussten sie eine weitere Nacht frierend in einem provisorischen Camp verbringen.

Staatsnahe belarussische Medien veröffentlichten in der Nacht Videos von hustenden und blutenden Menschen sowie von Kindern, die sich um einen Laster mit Trinkwasser drängen. Belarus wirft der polnischen Seite Einschüchterungsversuche durch Schüsse vor. Die EU hingegen spricht von einem Angriff durch den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, der gezielt Migrantinnen und Migranten aus Krisenregionen einfliegen und dann in Richtung polnischer Grenze drängen lassen soll.

Viele Angaben aus dem Grenzgebiet lassen sich nicht abschließend überprüfen, weil unabhängigen Journalistinnen und Journalisten bislang der Zutritt verwehrt wurde. Nach belarussischen Angaben sollen weitere Menschen aus dem Landesinneren zu den provisorischen Zeltlagern gelaufen sein.

Die Menschen warten bei eisigen Temperaturen an der belarussisch-polnischen Grenze auf Hilfe.

Eskalation an der EU-Grenze: Sanktionen gegen Belarus?

Am Donnerstag (11.11.2021) soll die Situation an der östlichen EU-Außengrenze den UN-Sicherheitsrat beschäftigen. Frankreich, Estland und Irland beantragten die Sitzung des mächtigsten UN-Gremiums für den Nachmittag (Ortszeit) in New York, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitsratskreisen erfuhr. Der Rat soll hinter verschlossenen Türen tagen.

Die europäischen Staaten bereiten unterdessen weitere Sanktionen gegen Belarus vor. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach nach Beratungen mit US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus in Washington von einem „hybriden Angriff eines autoritären Regimes“.

Merkel fordert humane Lösung des Flüchtlingsproblems

Kanzlerin Angela Merkel forderte derweil eine humane Lösung. „Das tut es im Augenblick leider nicht“, sagte sie am Mittwochabend. „Auf der anderen Seite ist es auch wichtig, dass die EU ihre Außengrenzen schützen kann.“ Sie habe in einem Telefongespräch den russischen Präsidenten Wladimir Putin gebeten, auf Lukaschenko einzuwirken. „Denn hier werden Menschen benutzt. Sie sind Opfer einer menschenfeindlichen Politik. Dagegen muss etwas unternommen werden.“ Belarus ist finanziell abhängig von Russland und erhält auch in der aktuellen Situation Unterstützung aus Moskau. (cs/dpa)

Rubriklistenbild: © Ramil Nasibulin/BelTA/AP/dpa

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