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US-Präsidententochter Ivanka Trump hat beim G20-Gipfel in Hamburg kurzzeitig ihren Vater im Kreise der Staats- und Regierungschefs vertreten

Ivanka Trump

Plötzlich US-Präsidentin

So schnell geht das: Ivanka Trump hat am G20-Verhandlungstisch zeitweise ihren Vater vertreten. Das Weiße Haus spielt den Auftritt der Präsidententochter herunter. Im Netz ist die Kritik jedoch groß.

Ivanka Trump, Tochter von US-Staatschef Donald Trump, hat beim G20-Gipfel in Hamburg am Samstag überraschend am Verhandlungstisch der Staats- und Regierungschefs Platz genommen.

Die 35-Jährige vertrat ihren Vater zeitweilig während der Beratungen, wie das Weiße Haus bestätigte. Ivanka Trump gilt als enge Vertraute ihres Vaters, hat aber nur den Posten einer Beraterin und kein offizielles Regierungsamt inne.

Die Sitzungsleiterin, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), reagierte gelassen: Die Delegationen entschieden selbst darüber , wer ihre jeweiligen Staats- oder Regierungschefs vertrete, sagte sie. Wenn dann Ivanka Trump als Beraterin dort Platz nehme, sei das „ein Vorgang, der im Rahmen dessen ist, was andere Delegationen auch tun“.

Ivanka #Trump replaces her father and takes his seat among world leaders at G-20 summit https://t.co/RiV6A2dLPn pic.twitter.com/f2VHwe4UGO

— Politics Newz (@PolticsNewz)

8. Juli 2017

In den USA gab es in der Vergangenheit allerdings bereits Kritik an der offenbar großen Machtfülle der Präsidententochter, deren Ehemann Jared Kushner ebenfalls zum engsten Beraterkreis um Trump zählt. Ihre unternehmerischen Tätigkeiten ließen zudem den Verdacht des Interessenkonflikts aufkommen.

Auch der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel hatte sich Ende April kritisch über die prominente Rolle von Ivanka Trump geäußert. „Mich befremdet es nach wie vor, wenn Familienmitglieder, die nie gewählt wurden, auf einmal wie Staatsgäste auftreten und ihnen fast schon wie Mitgliedern eines Herrscherhauses gehuldigt wird“, sagte er einer Zeitung.

Weiße Haus relativiert Ivanka-Vertretung

Das Weiße Haus bemühte sich darum, den Auftritt Ivanka Trumps im Kreis der G20-Chefs zu rechtfertigen. Sie habe sich im Hintergrund des Sitzungssaals der G20-Staats- und Regierungschefs aufgehalten und „sich kurz an den Haupttisch gesetzt“, als der US-Präsident den Raum habe verlassen müssen, sagte ein Vertreter des Weißen Hauses der Nachrichtenagentur AFP.

Der US-Regierungsvertreter betonte zudem: „Wenn andere Staats- und Regierungschefs den Raum verließen, wurden sie auch kurzzeitig durch andere am Tisch vertreten.“
Als Ivanka am Tisch Platz nahm, fing demnach gerade Weltbank-Präsident Jim Yong Kim an, über einen Entwicklungsfonds zu sprechen, der die Erwerbstätigkeit von Frauen in Entwicklungsländern fördern soll.

In den sozialen Netzwerken wurde der Rollentausch dagegen sehr kritisch kommentiert. „Lächerlich, dass sowas überhaupt möglich ist“, schreibt ein User.  „Wenn Frau Merkel mal nicht mehr kann, können ja die Kinder vom Außenminister übernehmen...oder du oder ich?“, schreibt Userin „Frau Kiesel“.

TV-Moderator Niels Ruf ätzt auf Twitter: „Halbgeile Tussi, die sich noch nie 1 Wahl gestellt hat & wg Modepiraterie vor Gericht steht, vertritt den US-Präsi“.

Ivanka Trump hatte den Aufbau des Fonds unterstützt und dazu bereits im April an einer Veranstaltung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin teilgenommen. Sie trat dazu auch am Samstag auf einer Veranstaltung beim G20-Gipfel auf.

Ihr Vater nutzte eine kurze Ansprache dabei unter anderem dazu zu betonen, wie „stolz“ er auf seine Tochter sei. „Sie war immer großartig. Ein Champion. Sie ist ein Champion“, sagte Donald Trump.

Ivanka Trump ist bei vielen offiziellen Terminen an der Seite ihres Vaters. Als Merkel im März in Washington erstmals auf Trump traf, saß die Präsidententochter bei einem Gespräch mit Wirtschaftsvertretern neben der Kanzlerin. (afp/FR/zys)

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