+
Pegida-Aussteigerin Kathrin Oertel.

Pegida Dresden

Plant Oertel eine Konkurrenz für Pegida?

  • schließen

Pegida-Aussteigerin Oertel plant laut Medienberichten eine Konkurrenz-Bewegung für gemäßigtes Wutbürgertum. Dabei wolle sie sich "politisch näher in Richtung CDU orientieren". Sollte das zutreffen, steht Dresden ein interessanter 9. Februar mit gleich zwei Wutbürger-Versammlungen bevor.

Nachdem sich die Führungsriege der Dresdner Pegida-Bewegung zerstritten hat, plant Aussteigerin Kathrin Oertel angeblich ein neues Bündnis. Nach Informationen der ?Sächsischen Zeitung?ist der Name „Bewegung für direkte Demokratie in Europa“ im Gespräch. Dabei solle es, anders als bei Pegida, weniger um Asylpolitik und mehr um Volksbefragungen gehen. Oertel wolle sich „politisch näher in Richtung CDU orientieren“, berichtet die Zeitung.

Sollte das alles zutreffen, steht Dresden ein interessanter 9. Februar mit gleich zwei Wutbürger-Versammlungen nebst Gegendemonstrationen bevor: Die neue Oertel-Bewegung plant dann ihre erste Kundgebung. Außerdem ruft das, was von Pegida übrig geblieben ist, am selben Tag zur Kundgebung in Dresden auf. Für den kommenden Montag allerdings hat Pegida seinen so genannten Spaziergang durch Dresden abgesagt.

Die Führungsriege der „Patriotischen Europäer“, die seit Oktober Tausende Menschen zu ihren Versammlungen in der Dresdner Altstadt mobilisiert hatte, war am Dienstagabend im Streit zerbrochen. Über die Ursachen und Hintergründe des Zerwürfnisses  verbreiteten  Pegida-Mitglieder und Aussteiger anschließend sehr unterschiedliche Versionen.

Auf der Facebook-Seite des Vereins hatte es geheißen, die 37-jährige Dresdnerin Oertel sei von Antifaschisten bedroht worden und brauche eine Auszeit. Aussteiger wie Mitgründer René Jahn nannten hingegen allein das Verhalten von Vereinsgründer Lutz Bachmann als Hauptgrund. Mit dem 42-Jährigen und dem „Nazi-Zeug“ wolle er nichts mehr zu tun haben, so Jahn. Gegen Bachmann, einen vorbestraften Drogendealer und Einbrecher, ermittelt die Dresdner Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung. Er hatte sich im Internet in Hitler-Pose präsentiert und Ausländer als „Viehzeug“, „Gelumpe“ und „Dreckspack“ beschimpft.

Er sei nun mit vier anderen wegen Bachmann und seiner Äußerungen aus dem gerade zehn Mitglieder zählenden Verein ausgestiegen, sagte Jahn gegenüber der Sächsischen Zeitung. Auch die Haltung von Pegida zu deutlich radikaleren und von Neonazis maßgeblich beeinflussten Legida-Bewegung in Leipzig sei ein Grund für sein Ausscheiden gewesen. Er wolle überhaupt nicht mehr auf Demos gehen, so Jahn. „Ich muss früh noch in den Spiegel gucken können.“

Vielleicht sei es Bachmann gelungen, die Bewegung so zu spalten, dass nur noch die Rechtsradikalen auf die Straße gingen, meinte der Dresdner Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt im MDR. Die könne man dann „mit Fug und Recht verscheuchen“. Seine Einschätzung der Lage: Die „Selbstberauschung“ verfliege, mit Oertel und den anderen Aussteigern hätten die „intellektuell Potenteren“ die Bewegung verlassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion