Halle

Plädoyers im November?

Prozess gegen den Attentäter von Halle könnte bald enden

Der Prozess um den Anschlag auf die Synagoge in Halle könnte Mitte November zu Ende gehen. Abhängig von weiteren Beweisanträgen könnten am 17. November die Plädoyers gehalten werden, teilte das Oberlandesgericht Naumburg am Montag mit.

Die Verhandlung gegen den mutmaßlichen Halle-Attentäter Stephan B. hatte im Juli begonnen. Ihm werden unter anderem zweifacher Mord, mehrfacher Mordversuch und Volksverhetzung sowie weitere Straftaten zur Last gelegt.

B. soll am 9. Oktober vergangenen Jahres während der Feierlichkeiten zum jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht haben, bewaffnet in die Synagoge in Halle einzudringen und die dort versammelten Menschen zu töten. Als ihm dies nicht gelang, erschoss der 28-Jährige auf offener Straße eine zufällig vorbeilaufende Passantin, drang anschließend in einen Dönerimbiss ein und tötete dort einen Mann.

Auf seiner Flucht durch den Saalekreis verletzte er zwei weitere Menschen schwer. Seine Taten filmte der mit mehreren Waffen und Sprengstoff ausgerüstete B. und stellte die Aufnahmen live ins Netz. Die rechtsextremistische Gewalttat löste in Deutschland und weltweit Entsetzen aus. B. räumte die Tatvorwürfe zum Prozessauftakt grundsätzlich ein.

Laut der Anklage der Bundesanwaltschaft handelte B. aus einer antisemitischen, rassistischen und fremdenfeindlichen Gesinnung heraus. Er habe eine „möglichst große Anzahl“ der in der Synagoge versammelten 52 Menschen töten wollen.

Die Christen in Halle wollen am Freitag der Opfer gedenken. Zu Beginn der Tatzeit um 12:01 Uhr werden die Kirchen der Stadt ihre Glocken läuten, teilte die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) am Montag in Magdeburg mit. Zur Gedenkveranstaltung wird neben Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Ulrichskirche erwartet. Zudem sind Kranzniederlegungen vor der Synagoge und dem Kiez-Döner sowie die Einweihung eines Mahnmals geplant. afp/epd

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