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Papierbänder mit Friedenswünschen an einem Zaun zu Koreas entmilitarisierter Zone

Atomwaffen

Pjöngjangs neue Eiszeit

Nordkorea droht der Welt mit „schockierenden effektiven“ Waffen.

Im Streit mit den USA um sein Atomwaffenprogramm sieht sich Nordkorea nicht mehr an das im April 2018 selbst verhängte Moratorium für Tests von Interkontinentalraketen gebunden. Dafür gebe es keinen Grund mehr, befand Machthaber Kim Jong Un am Dienstag. Die Welt werde außerdem in naher Zukunft eine „neue strategische Waffe“ im Besitz seines Landes erleben, wurde er von den Staatsmedien am Mittwoch zitiert.

Die Kommunisten in Pjöngjang hatten bereits gedroht, falls Washington in den Atomgesprächen keine Zugeständnisse mache und an den gegen das Regime verhängten Sanktionen festhalte, würden sie einen neuen Weg einschlagen. Nordkorea hatte den USA eine Frist bis Jahresende gesetzt. Jetzt drohte Kim mit „einer schockierenden effektiven Aktion, um sie (die USA) für das Leid zahlen zu lassen, das unsere Bürger bisher ertrugen“. Konkret wurde er nicht.

US-Präsident Donald Trump, der sich guter persönlicher Beziehungen zu Kim rühmt, gab sich am Dienstag bezüglich seiner Nordkorea-Diplomatie unverrückbar zuversichtlich. Kim habe eine Vereinbarung über atomare Abrüstung unterzeichnet. „Ich denke, er ist ein Mann, der zu seinem Wort steht, wir werden das herausfinden.“ Die Aufhebung der internationalen Sanktionen lehnt Trump aber ab.

Kim wirft den USA auch vor, das Versprechen Trumps zum Stopp von gemeinsamen Militärmanövern mit Südkorea gebrochen zu haben. US-Außenminister Mike Pompeo widersprach dem: Der Präsident habe dem nordkoreanischen Machthaber in seinem beisein zugesagt, keine großangelegten Manöver abzuhalten. „Wir haben uns an unsere Zusagen gehalten.“ Die USA und Südkorea hatten seit 2018 den Umfang gemeinsamer Übungen reduziert oder auch Manöver komplett abgesagt.

Ob Kim weiter zu Verhandlungen bereit ist, bleibt offen. Inwieweit Nordkorea seine „nukleare Abschreckung“ ausbaue, werde von der künftigen Haltung der USA abhängen, sagte er. Das Moratorium hatte er unter anderem mit der Vollendung seines Atomwaffenprogramms begründet. Kim betont nun, es werde niemals eine Denuklearisierung auf der koreanischen Halbinsel geben, und Nordkorea werde stetig strategische Waffen entwickeln, „solange die USA ihre feindselige Politik“ nicht aufgeben. Beim ersten Gipfel mit Trump 2018 hatte sich Kim noch zur „vollständigen Denuklearisierung“ bereiterklärt. (dpa)

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