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Für den rechtskonservativen US-Radiomoderator Rush Limbaugh sind FeministInnen „Femnazis“.

Phrasenschwein

Feminazi

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Hinter dem Begriff „Feminazi“ steckt die Ideologie von rückwärtsgewandten Gleichberechtigungsgegnern (Männern wie Frauen!).

Das Wort „Feminazi“ wurde durch den rechtskonservativen US-Radiomoderator Rush Limbaugh populär, die Kreation schreibt er allerdings dem Wirtschaftswissenschaftler Thomas Hazlett zu.

Limbaugh erläuterte 1992 in einem seiner Bücher: „Ich bevorzuge es, die widerwärtigsten unter den Feministen als das zu bezeichnen, was sie wirklich sind: Feminazis. Ich gebrauche den Begriff häufig als eine Bezeichnung für Frauen, die davon besessen sind, einen modernen Holocaust fortbestehen zu lassen: Abtreibung.“ Er benutzt das Wort seitdem, um Feministinnen, Pro-Choice-Aktivistinnen, die sich für das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung einsetzen, und allgemein progressive Frauen zu beschreiben.

„Feminazi“ hat seinen Weg in die flapsige Umgangssprache gefunden, meist soll damit kenntlich gemacht werden, dass es jemand mit dem Feminismus übertreibt. Als wäre es möglich, dass Frauen zu viele Rechte haben.

Was dahintersteckt, ist die vehemente Weigerung anzuerkennen, dass Frauen und Männer gleichgestellt sein sollten. Ein bisschen Feminismus geht für die meisten ja inzwischen, zum Beispiel wenn eine Frau nach der Hochzeit ihren Namen behält. Das kann die Gesellschaft gerade noch verkraften. Aber eine 50-Prozent-Quote im Bundestag? Wo kommen wir denn da hin? 

Als Feminazis werden Frauen bezeichnet, die es wagen, tatsächliche Veränderung zu verlangen. Hinter der Wortkombination steckt die Ideologie von rückwärtsgewandten Gleichberechtigungsgegnern (Männern wie Frauen!). Feministische Positionen werden durch den Begriff diffamiert und in die Nähe von totalitärem Zwang gerückt.

Dabei ist Feminismus genau das Gegenteil der nationalsozialistischen Ideen und steht für Freiheit und Gleichheit. Also schnell weg mit dem Feminazi ins Phrasenschwein.

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