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Wahl auf den Philippinen: Diktatoren-Sohn Marcos Jr. klar vorne – Das ist der Stand

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Auf den Philippinen wird gewählt. Aussichtsreichster Präsidentschaftskandidat ist ein Mitglied der Marcos-Familie.

Update vom Dienstag, 10. Mai, 08.00 Uhr: Bei der Präsidentenwahl auf den Philippinen zeichnet sich eine Rückkehr an die Macht der einst aus dem Land gejagten Diktatorenfamilie Marcos ab. Nach inoffiziellen Ergebnissen von Dienstag bekam Ferdinand „Bongbong“ Marcos Jr. nach Auszählung von 96,55 Prozent der abgegebenen Stimmen (Stand: 04.00 Uhr) mehr als doppelt so viele Stimmen wie seine schärfste Konkurrentin, die Oppositionsführerin Leni Robredo. An dritter Stelle lag weit abgeschlagen der frühere Box-Weltmeister Manny Pacquiao. Damit wird die Marcos-Dynastie 36 Jahre nach ihrer Vertreibung aus dem Inselstaat aller Wahrscheinlichkeit nach in den Malacañang-Palast in der Hauptstadt Manila zurückkehren. Offizielle Ergebnisse kann aber nur der Kongress (bestehend aus Senat und Abgeordnetenhaus) verkünden. Dies wird erst für Ende Mai erwartet.

Rund 67 Millionen Bürger waren am Montag zur Wahl eines Nachfolgers für den scheidenden Präsidenten Rodrigo Duterte aufgerufen. Der Politiker ist international wegen seines brutalen Kampfes gegen Drogenkriminalität umstritten. Laut Verfassung durfte er nach sechs Jahren nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren. Allerdings lag seine Tochter Sara Duterte-Carpio, derzeit Bürgermeisterin der Millionenstadt Davao im Süden des Landes, bei der Wahl zur Vizepräsidentschaft mit großem Abstand vorne. Sie hatte an der Seite von Marcos Jr. kandidiert.

Wahl auf den Philippinen: Diktatoren-Sohn Marcos Jr. deutlich vorne

Der 64-Jährige war im Wahlkampf in sozialen Netzwerken wie TikTok und YouTube aktiv, wo er Millionen Follower hat. Dort lockte er vor allem junge Wähler - die keine Erinnerung an das Regime haben - mit einem verklärten Blick auf die Vergangenheit und dem Traum von einem vermeintlichen „goldenen Zeitalter“. Bei allen Umfragen galt er im Vorfeld als klarer Favorit.

Ferdinand Marcos Jr.
Ferdinand Marcos Jr., Präsidentschaftskandidat und Sohn des verstorbenen Diktators Marcos, auf einer Wahlkampfveranstaltung am 7. Mai. © Aaron Favila/AP/dpa

Überschattet wurde die Abstimmung von Gewalt, vor allem im Süden des Inselstaates. Hier kamen mindestens sechs Menschen ums Leben. Auch gab es teilweise Probleme mit defekten Stimmenzählmaschinen und fehlenden Namen auf Wählerlisten. „Trotz einiger Pannen und einiger Gewalt ist die Wahl aber im Allgemeinen gut verlaufen“, sagte George Garcia von der Wahlkommission.
Politische Beobachter hatten im Vorfeld gewarnt, dass der südostasiatische Staat unter der Führung von „Bongbong“ Marcos (oder kurz: BBM) in eine noch autoritärere Richtung steuern könnte. Auch hat er bereits erklärt, den Kampf gegen Drogen fortführen zu wollen.

Das Marcos-Regime unter Ferdinand (1917-1989) und seiner für ihren Schuhtick bekannten Frau Imelda (heute 92) machte einst mit Mord, Kleptokratie und dem spurlosen Verschwinden politischer Gegner von sich reden. Die beiden sollen im Laufe der Jahre auch Milliardensummen aus der Staatskasse abgezweigt haben. Nach der Flucht der Familie nach Hawaii wurden im Malacañang-Palast Hunderte Handtaschen und Kleider sowie Tausende Paar Schuhe von First Lady Imelda Marcos gefunden.

Philippinen: Diktatoren-Sohn ist Favorit – zwölf Tote bei Attacken auf Wahllokale

Erstmeldung vom Montag, 9. Mai, 08.30 Uhr: Manila – Überschattet von gewaltsamen Angriffen haben die Menschen auf den Philippinen einen neuen Präsidenten sowie tausende lokale Posten neu gewählt. Auf der Insel Mindanao eröffneten Angreifer am Montag das Feuer auf eine Schule, die als Wahllokal diente. Der Polizei zufolge wurden dabei drei Wachleute getötet, eine Person wurde verletzt. Bei einer weiteren Attacke mit einer Granate auf der Insel wurden neun Menschen verletzt.

Fast 40 Jahre nach der Absetzung seines Vaters und der Vertreibung der Familie ins Exil gilt Diktaktoren-Sohn Ferdinand Marcos Junior als Favorit für die Nachfolge des umstrittenen Präsidenten Rodrigo Duterte. Bevor Marcos Junior in einer Grundschule in der nördlichen Stadt Batac an der Seite seiner Familie seine Stimme abgab, wurde das Gebäude von Bombenspürhunden durchkämmt.

Wahl auf den Philippinen: Hohe Wahlbeteiligung erwartet

Von den insgesamt zehn Kandidaten haben nur die amtierende Vizepräsidentin Leni Robredo und Marcos Junior realistische Chancen. In jüngsten Umfragen lag der 64-jährige Marcos bei 56 Prozent und damit deutlich vor seiner Rivalin. Robredo gab ihre Stimme in einer Schule in der zentralen Provinz Camarines Sur ab, wo sie von Anhängern bejubelt wurde.

Ferdinand Marcos Junior gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Präsidentschaftswahl auf den Philippinen.
Ferdinand Marcos Junior gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Präsidentschaftswahl auf den Philippinen. © Jam Sta Rosa/AFP

Bereits vor Sonnenaufgang standen Menschen vor den Wahllokalen Schlange, um ihre Stimme abzugeben. „Die langen Schlangen sind großartig. Die Philippiner wollten gehört werden, und zwar laut“, sagte George Garcia von der Wahlkommission. Es wird erwartet, dass die Wahlbeteiligung unter den mehr als 65 Millionen stimmberechtigten Philippinern hoch sein wird.

Weit weniger Angriffe auf den Philippinen als bei Wahl 2016

Mehr als 60.000 Sicherheitskräfte waren am Montag zum Schutz der Stimmzettel und Wahlhelfer im Einsatz. In der Unruheprovinz Maguindanao auf Mindanao wurden zwei Wahllokale mit Granaten angegriffen. Bei einer der Attacken wurden nach Behördenangaben neun Menschen verletzt. Demnach handelte es sich um die Bewohner weit entfernter Bergdörfer, die für die Abstimmung stundenlang in die nächstgelegene Stadt gelaufen waren.

Die Tochter des amtierenden Präsidenten und Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin, Sara Duterte, sagte, sie hoffe, dass die Wähler durch die Gewalt nicht „entrechtet“ würden. Nach Angaben der Polizei gab es seit dem 9. Januar bis Sonntag 16 „bestätigte Vorfälle im Zusammenhang mit den Wahlen“, darunter vier Schusswaffenangriffe. Bei den Präsidentschaftswahlen 2016 waren es 133 Vorfälle, 2010 verstarben 30 Menschen im Vorfeld der Wahlen auf den Philippinen. (tk mit dpa/AFP)

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