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Pflegebonus: Bis zu 550 Euro – Wie das Gesundheitsministerium Pflegekräfte belohnen will

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Von: Max Schäfer

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Die Behandlung von Corona-Patientinnen und Patienten führt zu einer Zusatzbelastung für Pflegekräfte. Die sollen jetzt bis zu 550 Euro als Pflegebonus erhalten.
Die Behandlung von Corona-Patientinnen und Patienten führt zu einer Zusatzbelastung für Pflegekräfte. Die sollen jetzt bis zu 550 Euro als Pflegebonus erhalten. (Archivfoto) © Boris Roessler/dpa

Pflegekräfte sollen für ihren Einsatz in der Corona-Pandemie belohnt werden. Ein Eckpunktepapier zeigt, wer den Pflegebonus erhalten soll und wie hoch er ausfällt.

Berlin – Die Bundesregierung will den Einsatz von Pflegekräften in der Corona-Pandemie* würdigen und plant daher einen staatlichen Pflegebonus. Pflegerinnen und Pfleger sollen demnach bis zu 550 Euro bekommen. Das geht aus einem Eckpunktepapier des Gesundheitsministeriums für die Umsetzung des Corona-Bonus in Krankenhäusern und der Langzeitpflege hervor, das den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt. Den Pflegebonus sollen jedoch nicht alle Beschäftigten erhalten. Stattdessen soll er nur an Pflegekräfte ausgezahlt werden, die während der Pandemie eine herausragende Leistung erbracht haben.

Das Bundesgesundheitsministerium von Karl Lauterbach* (SPD*) stellt insgesamt eine Milliarde Euro für Pflegerinnen und Pfleger zur Verfügung. Eine Hälfte der Summe geht an Krankenhäuser, die durch die Behandlung von Corona-Patientinnen und Patienten besonders belastet* gewesen seien, zitieren die Zeitungen der Funke Mediengruppe aus dem Eckpunktepapier. Das ist beispielsweise durch das Infektionsrisiko, höheren Betreuungsaufwand und durch zusätzliche Hygienemaßnehmen der Fall. Die andere Hälfte geht an das Personal in Pflegeeinrichtungen.

Pflegebonus für Leistungen in der Corona-Pandemie: Wann ausgezahlt wird und wer ihn erhalten soll

Der Pflegebonus in der Altenpflege soll laut Eckpunktepapier ab dem 30. Juni, spätestens aber bis zum 31. Dezember 2022 von den jeweiligen Arbeitgebern an die Beschäftigten ausgezahlt werden. Vom Corona-Bonus sollen Pflegerinnen und Pfleger profitieren, die zwischen dem 1. November 2020 und dem 30. Juni 2022 für mindestens drei Monate in der Altenpflege gearbeitet haben. Außerdem müssen sie am 30. Juni 2022 noch in der Pflege tätig sein.

Die Auszahlung des Pflegebonus verläuft dabei gestaffelt. Die Höhe richtet sich dabei nach der Art der Tätigkeit und dem Kontakt mit den Patientinnen und Patienten. Vollzeitbeschäftigte in der direkten Pflege und Betreuung erhalten laut Eckpunktepapier den höchsten Bonus von 550 Euro.

Corona: Wie hoch fällt der Pflegebonus in der Altenpflege aus?

Bis zu 370 Euro Corona-Bonus soll es dagegen für Personal geben, das mindestens 25 Prozent der Arbeitszeit in der direkten Pflege arbeitet, berichten die Zeitungen unter Berufung auf den Entwurf des Gesundheitsministeriums. Genannt werden dabei Beschäftigte aus der Verwaltung, der Haustechnik, der Küche, der Gebäudereinigung, der Garten- und Geländepflege, der Wäscherei, des Empfangs- und Sicherheitsdienstes oder der Logistik sein. Auszubildende erhalten bis zu 330 Euro. Bis zu 190 Euro sollen sonstige Beschäftigte erhalten. Wer einen Freiwilligendienst oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) macht, erhält immerhin bis zu 60 Euro Corona-Bonus.

Pflegebonus in der AltenpflegeWer?
550 €Vollzeitbeschäftigung in direkten Betreuung
370 €Mindestens 25 Prozent der Arbeitszeit in der direkten Pflege
330 €Auszubildende
190 €Sonstige Beschäftigte
60 €Freiwilligendienst/FSJ

Die übrigen 500 Millionen Euro des vom Bundesgesundheitsministerium geplanten Corona-Bonus gehen an Krankenhäuser, die 2021 insgesamt mehr als zehn Covid-Patientinnen und Patienten behandelt haben, die beatmet werden mussten. Das trifft laut Bundesgesundheitsministerium auf 837 Krankenhäuser zu, die etwa 95 Prozent aller Corona-Patientinnen und -Patienten versorgten.

Corona-Pflegebonus in Krankenhäusern: Höhe sollen Betreiber und Beschäftigte aushandeln

Wer den Pflegebonus in Krankenhäusern erhält und wie hoch die Zahlung ausfällt, wird im Eckpunktepapier von Karl Lauterbachs Ministerium nicht festgelegt. Die Krankenhausträger sollen das gemeinsam mit der Beschäftigungsvertretung entscheiden. Die Corona-Boni richten sich jedoch primär an Pflegekräfte am Bett. Daher würden 280.000 Pflegerinnen und Pfleger Geld bekommen, zitieren die Zeitungen der Funke Mediengruppe aus dem Entwurf.

Beschäftigte auf Intensivstationen sollen laut Gesundheitsministerium jedoch einen höheren Pflegebonus erhalten. Der Corona-Bonus soll außerdem bis zu einer Höhe von 3000 Euro steuer- und abgabenfrei sein.

Auch Beschäftigte außerhalb des Gesundheitswesens können 2022 einen Corona-Bonus* erhalten. Das ist jedoch nur bis zum 31. März 2021 möglich. (ms mit AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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