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Der frühere Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls.

Anklage gegen Ex-Rüstungsstaatssekretär

Pfahls soll Millionenvermögen versteckt haben

Die Staatsanwaltschaft Augsburg wirft dem Ex-Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls Bankrott in 93 Fällen, Betrug und Erpressung vor. Er soll ein im Ausland geparktes Vermögen verschwiegen haben, um es vor den Behörden zu verstecken.

Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung Anklage gegen den früheren Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls erhoben. Dem seit Dezember in Untersuchungshaft sitzenden Pfahls werde Bankrott in 93 Fällen, Betrug und Erpressung vorgeworfen. Er soll ein im Ausland geparktes Vermögen in Millionenhöhe verschwiegen haben, um es so vor dem Zugriff der Justiz und der Finanzbehörden zu verstecken. Dort hat der bereits in einem früheren Verfahren wegen Bestechlichkeit durch den Rüstungslobbyisten Karlheinz Schreiber verurteilte ehemalige CSU-Politiker Schulden in Millionenhöhe.

Dem Bericht zufolge schätzen die Ermittler Pfahls' Vermögen auf vier Millionen Euro. Er soll zur Tarnung hohe Geldbeträge auf deutsche Konten seiner Frau umgeleitet haben und damit sein Haus umgebaut, einen teuren Geländewagen sowie Schmuck für seine Frau gekauft haben. Neben Pfahls sind dem Bericht zufolge weitere sieben Männer und Frauen wegen Beihilfe zum Bankrott angeklagt, darunter die Ehefrau und die Ex-Frau des 68-Jährigen. Es liefen zudem noch Ermittlungen gegen zehn weitere Verdächtige, darunter der in der Schreiber-Schmiergeldaffäre selbst wiederholt im Visier der Ermittler stehende Kaufmann Dieter Holzer.

Pfahls Anwalt Walter Lechner wollte sich gegenüber der „SZ“ nicht zu dem Bericht äußern. Die Staatsanwaltschaft war zunächst nicht zu erreichen. (afp)

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