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"Von Anfang an damit gerechnet": Die neue AfD-Vorsitzende Frauke Petry.

AfD

Petry verliert mehr als 2000 AfD-Mitglieder

Die Mitglieder verlassen die AfD in Scharen. Knapp zehn Prozent ihrer 21.000 Mitglieder haben der Partei seit dem Sieg von Frauke Petry den Rücken gekehrt. Die neue Parteichefin sieht darin kein Problem - der Schwund sei schon eingepreist.

Die Alternative für Deutschland hat seit der Wahl ihres neuen Vorstands knapp zehn Prozent ihrer 21 000 Mitglieder verloren. Weitere Austritte in den nächsten Tagen seien zu erwarten, teilte die neue AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry am Freitag in Berlin mit. Sie sagte: "Wir haben von Anfang an damit gerechnet, dass wir 20 Prozent der Mitglieder verlieren könnten." Der Parteitag am vergangenen Wochenende in Essen sei trotz des Mitgliederschwunds "ein Befreiungsschlag" gewesen. Dieser Schwund werde vermutlich in den nächsten Monaten durch die Aufnahme neuer Mitglieder ausgeglichen werden können.

Petry trat erneut der Darstellung entgegen, die Partei sei mit der in Essen gewählten neuen Führungsmannschaft stärker nach rechts gerückt. Auf die Frage, ob sie für alle Angehörigen des neuen Bundesvorstandes ihre Hand ins Feuer legen würde, sagte sie: "Der Bundesvorstand wird sich als Team noch zusammenraufen müssen." An den politischen Leitlinien der Partei von 2013 habe sich aber nichts geändert.

"Wir sind das Original"

Lediglich in der Frage, wie sich die Europäische Union entwickeln solle, habe der neue Vorstand etwas andere Vorstellungen als die alte Parteiführung. Die AfD sei in Sachen EU-Reform näher an der britischen Regierung als an der Bundesregierung. Zu den Spekulationen über die Neugründung einer Partei durch den ausgetretenen AfD-Gründer Bernd Luckeund andere Mitglieder des Vereins "Weckruf 2015" sagte sie, dann "sind wir das Original und die Weckruf-Partei ist die Kopie".

Auf dem Mitgliederparteitag hatte Petry rund 60 Prozent der Stimmen erhalten und damit ihren liberal-konservativen Rivalen Lucke aus dem Feld geschlagen. Unter den AfD-Mitgliedern, die seither ihren Austritt angekündigt oder schon vollzogen haben, sind mehrere Landtags-, Stadtrats- und Kreistagsabgeordnete sowie fünf Abgeordnete des Europäischen Parlaments. Sie alle wollen zunächst als Parteilose weitermachen. (dpa)

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