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Staatssekretär Peter Tauber.
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Staatssekretär Peter Tauber.

Ende einer Laufbahn

CDU-Mann Peter Tauber verlässt die Politik. Mit 46 Jahren. Sie hat ihn krank gemacht.

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Politik rund um die Uhr hat den einstigen CDU-Generalsekretär an sein Grenzen gebracht. Vor allem physisch. Seine Laufbahn ist zu Ende. Er geht ab - um einiges klüger und doch weiter ungebrochen und aufrecht.

Am Ende seiner Berliner Zeit kann Peter Tauber noch ein Herzensprojekt umsetzen: den Heimatschutz in der Bundeswehr. Heimat und Dienen sind Begriffe, die man mit älteren CDU-Leuten verbindet. Aber für den Christdemokraten aus dem hessischen Gelnhausen, der zuletzt Staatssekretär im Verteidigungsministerium war, sind sie aktuell. Nun zieht sich der promovierte Historiker, der von 2013 bis 2018 Generalsekretär der Bundes-CDU war, aus der Politik zurück – mit 46 Jahren. Kurz nach der Bundestagswahl 2017 warf ihn eine entzündliche Darmerkrankung aus der Bahn.

In seinem Buch „Du musst kein Held sein“ reflektiert Tauber darüber, wie sein Leben als Nonstop-Politiker aus den Fugen geriet, wie er dabei weder auf sich noch auf Freunde Rücksicht nahm. Als er ins Krankenhaus kam, habe er einen Mitarbeiter bitten müssen, das Nötigste aus seiner Wohnung zu holen: „Mir wird einmal mehr bewusst, dass ich in Berlin keine richtigen Freunde habe.“ Der einstige Marathonläufer und seine Ärzte führen die Erkrankung ganz klar auf diesen Stress zurück. Im März kündigte Tauber an, „konsequent zu sein und auf mich selbst zu hören“. Ende Januar sei ein erneuter Eingriff nötig geworden, ein zweiter zwinge ihn zu einer „längeren Auszeit“. Auch sein Bundestagsmandat werde er daher „zeitnah“ niederlegen.

Peter Tauber war 2013 völlig unerwartet Generalsekretär geworden – für ihn und für die Öffentlichkeit. Schließlich hatte er erst eine Legislaturperiode im Bundestag hinter sich.

Manche Konflikte im Amt erregten ziemliches Aufsehen. 2016 holte ihn ein lokaler Skandal von vor zehn Jahren ein: Nachwuchs der Main-Kinzig-CDU hatte da aufgeschrieben, wie man die Partei-Geschäftsführerin wegmobben wollte: „Operation Kaninchenjagd“. Tauber bestritt die Autorenschaft – inwieweit er beteiligt war, wurde nie geklärt. 2017 führte ein Tweet von ihm zu einem Shitstorm. Er schrieb einem Kritiker: „Wenn Sie was Ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs.“

Merkel holte ihn, weil er digital interessiert war, soziale Netzwerke bespielte und versuchte, seine Partei darüber zu modernisieren – sie jünger, bunter und weiblicher zu machen. Intern wurde ihm zuweilen vorgeworfen, er sei da zu sehr Merkels Sekretär und zu wenig General. Tauber entgegnete, wer führen wolle, müsse auch dienen können. Und so verabschiedete er sich denn auch am Dienstag: „Es war mir eine Ehre. Ich melde mich ab.“

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