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Ausschreitungen in Peru eskalieren weiter

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Von: Vincent Büssow

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Trotz der Ankündigung von Neuwahlen eskaliert die Lage in Peru weiter. Demonstranten setzen Teile eines Flughafens in Brand.

Arequipa – In Peru herrscht seit einigen Tagen Ausnahmezustand. Nachdem der ehemalige Präsident Pedro Castillo am Mittwoch (7. Dezember) abgesetzt und kurz darauf festgenommen wurde, gehen landesweit Menschen auf die Straße. Die neue Staatschefin ist mit der Ankündigung von Neuwahlen bereits auf eine Forderung der Protestierenden eingegangen. Dennoch ebben die Proteste nicht ab – und die Gewalt nimmt zu.

Demonstranten stoßen bei einem Protest mit der Polizei zusammen.
Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften im Zuge der Proteste in Peru sollen mehrere Menschen getötet worden sein. © Lucas Aguayo Araos/dpa

Demonstranten stürmen Flughafen in Peru: Sicherheitslage eskaliert

Ihren bisherigen Höhepunkt erreichten die Ausschreitungen in Peru wohl am Wochenende, als Randalierende in den internationalen Flughafen der Stadt Arequipa eindrungen. Sie zerstörten Sicherheitsinfrastruktur und zündeten ein Wachhäuschen an, wie das Verkehrsministerium von Peru am Montag (12. Dezember, Ortszeit) mitteilte. Der Flughafen, einer der größten des südamerikanischen Landes, ist daraufhin geschlossen worden.

Im peruanischen Fernsehen war zu sehen, wie Demonstranten über die Landebahn des Flughafens liefen. Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Medienberichten zufolge sollen vier Menschen verletzt worden sein. Auch in der Hauptstadt Lima kam es zu Ausschreitungen: Dort wurden Einrichtungen der Staatsanwaltschaft sowie Radio- und Fernsehsender angegriffen. Zudem nahmen Demonstranten in Arequipa eine Milchfabrik ein. Die Ombudsfrau für Menschenrechte in Peru sprach am Montag von sieben Menschen, die bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften getötet wurden. 

Ausschreitungen in Peru: Neue Präsidentin strebt Neuwahlen an

Hintergrund dieser jüngsten etlicher politischer Krisen in Peru war der Versuch von Ex-Präsident Castillo den Kongress aufzulösen, um einem Misstrauensvotum gegen sich zuvorzukommen. Der linke Politiker hatte geplant, eine Notstandsregierung einzusetzen und künftig per Dekret zu regieren. Viele Abgeordnete werteten das als Putschversuch.

Angesichts der Proteste strebt Castillos ehemalige Vizepräsidentin und Nachfolgerin Dina Boluarte nach eigenen Worten vorgezogene Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im April 2024 an. Medienberichten zufolge leitete die Regierung dem Kongress am Montag eine entsprechende Gesetzesvorlage zu. (vbu/dpa)

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