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Perus Präsident Ollanta Humala (m.) wird von einem Unterstützer nach dem UN-Urteil bejubelt.
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Perus Präsident Ollanta Humala (m.) wird von einem Unterstützer nach dem UN-Urteil bejubelt.

Peru Chile

Peru und Chile müssen Seegrenze neu regeln

Peru feiert, Chile ist tief enttäuscht. Grund ist das Urteil des Haager UN-Gerichts in einem Seerechtsstreit. Jetzt gibt es Klarheit. Ob das bilaterale Verhältnis besser wird, darf bezweifelt werden.

Peru feiert, Chile ist tief enttäuscht. Grund ist das Urteil des Haager UN-Gerichts in einem Seerechtsstreit. Jetzt gibt es Klarheit. Ob das bilaterale Verhältnis besser wird, darf bezweifelt werden.

Vor der Pazifikküste Südamerikas muss die Seegrenze zwischen Peru und Chile neu gezogen werden. Ein entsprechendes Urteil fällte der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag, der damit am Montag im Grundsatz einer Klage Perus folgte. Das Land rechnet nun mit einer Ausweitung seines Seegebietes um bis zu 50 000 Quadratkilometer. Chiles Präsident Sebastián Piñera sprach von «einem bedauernswerten Verlust» für sein Land, Perus Staatschef Ollanta Humala dagegen von einem "Sieg des Friedens".

Die höchsten UN-Richter akzeptierten zwar den von Chile geforderten Ausgangspunkt für die Grenzziehung auf dem Festland. Von dort wird aber eine Grenzlinie von 80 Seemeilen seeeinwärts gezogen, die dann südlich in Richtung des chilenischen Gewässers weitergeht. Das ist zum Vorteil Perus. Nach der Berechnung Humalas könnte sein Land bis zu 50 000 Quadratkilometer Seefläche durch das Urteil gewonnen haben. "Peru wird das Urteil akzeptieren und umsetzen, treu seiner Tradition (...) und hofft, dass dies Chile auch tut."

"Zutiefst" nicht einverstanden

Piñera machte klar, dass Chile mit dem Urteil aus Den Haag "zutiefst" nicht einverstanden sei. Aber die Entscheidung des Gerichtshofes sei bindend. Die Umsetzung des Urteils könne aber nur stufenweise vor sich gehen und bedürfe zudem Vereinbarungen zwischen den beiden Ländern.

Peru hatte 2008 nach gescheiteren bilateralen Verhandlungsversuchen mit Chile Klage in Den Haag eingereicht. Chile hatte in dem Grenzkonflikt stets auf rechtskräftige Fischereiabkommen aus den Jahren 1952 und 1954 gepocht, wodurch die Grenzen bereits bestimmt seien. Dieser Argumentation folgte der IGH aber nicht.

Die Beziehungen zwischen beiden Andenländern sind traditionell angespannt, was auf den Pazifik-Krieg ("Salpeter-Krieg") von 1879 bis 1884 zurückzuführen ist. Das gut gerüstete Chile gewann damals den Krieg gegen Bolivien und Peru, das aufgrund eines Allianz-Vertrages mit Bolivien in den Krieg hineingezogen wurde. Damals annektierte Chile Teile Boliviens und Perus und besetzte zudem fast drei Jahre lang die Hauptstadt Lima.

Das Urteil vom Montag könnte auch Auswirkungen auf ein anderes Verfahren haben, das in Den Haag noch anhängig ist. Bolivien reichte 2013 Klage ein, um einen eigenen Zugang zum Pazifik zu bekommen, den das Land im Salpeter-Krieg gegen Chile verloren hatte. (dpa)

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