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Pergamon-Altar soll an Türkei zurückgegeben werden

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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The reconstruction of the Pergamon Altar in the Pergamon Museum, Museumsinsel Berlin, Germany, on January 16, 2014.
Der Pergamon-Altar gehört eigentlich in die Türkei, heißt es von Saraya Gomis, Staatssekretärin für Vielfalt und Antidiskriminierung in Berlin. © CTKxPhoto/LiborxSojka/Imago

Unzählige Kulturgüter befinden sich nicht in ihren Ursprungsländern. Der Pergamon-Altar aber könnte jetzt in die Türkei zurückgebracht werden.

München – Das heutige Gebiet der Türkei war im Laufe der Jahrhunderte Heimat unzähliger Zivilisationen, Königreichen und Imperien. Tausende der Kunstwerke dieser Kulturen werden aber in Museen im Ausland ausgestellt. Dazu gehört auch der Pergamon-Altar in Deutschland. Aus Berlin kam jetzt eine Stimme, die Ankara Hoffnung auf die Rückgabe des Werks machen dürfte.

Pergamon-Altar: Staatssekretärin Gomis will Rückgabe an die Türkei

„All die Kulturgüter aus anderen Weltregionen gehören nicht uns, sie sind unrechtmäßig hier“, sagte die Staatssekretärin für Vielfalt und Antidiskriminierung in Berlin, Saraya Gomis, dem Tagesspiegel. Sie sei persönlich dafür, sowohl den Pergamon-Altar als auch die Nofretete-Büste aus Ägypten zurückzugeben. „Aber darüber zu befinden und zu entscheiden haben andere“, betonte Gomis.

Man müsse schauen, „wie sie zurückgegeben werden können“, erklärte sie außerdem. Bestimmte Gruppen und Länder hätten bereits gesagt, sie wollten „unbedingt“ ihre Kulturgüter zurückhaben. Andere wiederum wüssten nicht einmal, „was wir hier haben“. Der Pergamon-Altar, ein von der Attalos-Dynastie geschaffenes hellenistisches Werk aus dem 2. Jahrhundert v. Chr., hatte 1870 der deutsche Ingenieur Carl Humann nach Deutschland gebracht. Der türkischen Zeitung Hürriyet zufolge bemüht sich die Türkei schon seit den 1990er Jahren um die Rückkehr des Altars.

Antike Kunstwerke aus der Türkei – Erdogan-Regierung und Oppositions-Bürgermeister engagieren sich

Dem türkischen Schriftsteller Yasar Yilmaz zufolge befinden sich etwa 150.000 Kulturgüter des türkischen Bodens im Ausland. In seinem Buch „Anadolu‘nun Gözyaslari“ (dt. „Die Tränen Anatoliens“) legte er die bisher größte Inventarisierung der fehlenden antiken Kunstwerke an. Die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan legt großen Wert auf die Rückkehr dieser Güter. So kehrten laut der türkischen Zeitung Milliyet etwa im Jahr 2021 rund 3.480 Werke in die Türkei zurück.

Nun will Ankara auch den Pergamon-Altar aus dem Berliner Pergamon-Museum zurückholen. Auch der Bürgermeister von Izmir, Tunc Soyer von der größten Oppositionspartei CHP, engagiert sich dabei ständig für die Rückkehr des Altars. „Unser Altar ist wie ein Kind, das von seiner Mutter getrennt wurde und wir wollen es zurückhaben“, zitierte das Nachrichtenportal Arti49 den Bürgermeister aus einer Veranstaltung im September 2021. Soyer versicherte damals: „Wir werden den gesamten Reichtum, der auf diesen Ländern geschaffen wurde, Stück für Stück zurückholen.“ Die Aussagen von Gomis könnten nun tatsächlich in diese Richtung deuten. (bb)

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