Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Aktivisten von attac protestieren vor dem Bundeskanzleramt in Berlin gegen die Beratungen der Koalition und Opposition zum Fiskalpakt.
+
Aktivisten von attac protestieren vor dem Bundeskanzleramt in Berlin gegen die Beratungen der Koalition und Opposition zum Fiskalpakt.

Attac Postkarte

Peinlicher Hitler-Vergleich

  • VonKatja Tichomirowa
    schließen

Die Hitler-Analogie auf einer Postkarte von Attac zu Fiskalpakt und ESM löst Empörung aus. Der Attac-Zentrale in Frankfurt ist die Angelegenheit auch peinlich. Jeder Vergleich mit dem Ermächtigungsgesetz verbiete sich.

Der Fiskalpakt , der ESM und das Ermächtigungsgesetz – mit einer Postkarte, die eine Entscheidung für beide Institutionen mit der Selbstaufgabe der Weimarer Republik im März 1933 gleichsetzt, haben die Globalisierungsgegner von Attac offenbar den Nerv getroffen. „Hitler-Analogie löst Empörung aus“, ist zu lesen. Die Adressaten sind entrüstet.

Mit der Faust im Nacken hätten die Abgeordneten des Reichstags 1933 dem Ermächtigungsgesetz zugestimmt und ihre Kontrollrechte aufgegeben, steht auf der Rückseite der Postkarte, deren Vorderseite den beflaggten Reichstag zeigt. Außer KPD und SPD, steht noch in Klammern dabei. Keine Entschuldigung hätten die Abgeordneten, die nun für den ESM stimmten und einem „nicht gewählten, nicht rechenschaftspflichtigen Direktorium unbegrenzte unbegrenzte finanzielle Macht überlassen“. Die Abgeordneten des Bundestages fanden das Kärtchen unlängst in ihren Postfächern. Absender ist die Aachener Filiale von Attac.

Wer den historischen Vergleich ernstnehmen möchte, kann sich mit dem in Klammern gesetzten Zusatz (außer KPD und SPD) begnügen. Tatsächlich stimmte die SPD mit 94 Stimmen gegen das Ermächtigungsgesetz, 26 ihrer Abgeordneten konnten an der erzwungenen Abstimmung nicht mehr teilnehmen, weil sie bereits inhaftiert oder geflohen waren. Die 81 Abgeordneten der KPD wurden, soweit sie noch nicht abgetaucht oder geflohen waren, vor der Abstimmung verhaftet.

Der Attac-Zentrale in Frankfurt ist die Angelegenheit denn auch peinlich. Jeder Vergleich mit dem Ermächtigungsgesetz verbiete sich, hieß es. Allerdings teile man den Standpunkt, wonach der Fiskalpakt undemokratische Strukturen ermögliche. Die Aktion der Aachener sei aber „der falsche Weg“, so Attac-Sprecher Werner Rätz.

Den Aachener ist das allerdings schnurz, so lange sie auch auf dem Holzweg zum Ziel kommen. „Wir heißen nun mal Attac“, erklärt ihr Sprecher. Da stecke die Angriffslust schon im Namen. Er sei ansonsten ein „lieber Mensch“. Lieb und unbedarft.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare