Das Landgericht Dresden hat sechs Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung "Freie Kameradschaft Dresden" zu Haftstrafen verurteilt. Die Pegida-Montagsmärsche sollen eine entscheidende Rolle bei der Radikalisierung der Gruppierung gespielt haben. 
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Das Landgericht Dresden hat sechs Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung "Freie Kameradschaft Dresden" zu Haftstrafen verurteilt. Die Pegida-Montagsmärsche sollen eine entscheidende Rolle bei der Radikalisierung der Gruppierung gespielt haben. 

Montagsmärsche in Dresden

Gericht verhängt Haftstrafen gegen Rechtsextreme - Pegida im Fokus

Die islamfeindliche Pegida-Bewegung ist ein Sammelbecken für Rechtsextreme – das zeigt nun auch ein Prozess gegen eine rechtsextreme Vereinigung in Dresden.

  • Landgericht Dresden verurteilt Rechtsextreme zu jahrelangen Haftstrafen
  • Verurteilte sollen sich durch Pegida radikalisiert haben
  • Gewalttaten gegen Ausländer, Andersdenkende und Polizisten

Dresden - Sechs Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung „Freie Kameradschaft Dresden“ (FKD) wurden vom Landgericht Dresden zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt. Es wurden insgesamt fünf Männer und eine Frau angeklagt, die die geringste Strafe erhielt. Die Beschuldigten wurden wegen der Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, schwerem Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und Sprengstoffexplosionen verurteilt. Verhängt wurden Strafen zwischen zwei Jahren und zehn Monaten und sechs Jahren. Der Rädelsführer Benjamin Z. (31) muss für vier Jahre und vier Monate ins Gefängnis. 

Schnelle Radikalisierung - Gewalt gegen Ausländer, Andersdenkende und Polizisten

Das Landgericht Dresden ging davon aus, dass die rechtsextreme Gruppierung nicht von Anfang an auf Gewalttaten aus war. Es hieß allerdings, dass sie sich nach ihrer Gründung im Juli 2015 schnell radikalisiert habe. Einen entscheidenden Einfluss hatten die Pegida-Montagsmärsche in Dresden. Die „Freie Kameradschaft Dresden“ hat wiederholt Gewalttaten an Ausländern, Andersdenkenden und Polizisten verübt. Die Richter äußerten in ihrer Urteilsverkündung, dass diese Gewalttaten rassistisch und fremdenfeindlich motiviert gewesen seien. 

Zur Entwicklung gegen Ende des letzten Jahres: Fünf Jahre nach der Gründung der islamfeindlichen Pegida-Bewegung ist die Zahl ihrer Anhänger stark geschrumpft. Das macht sich am Jahrestag der Bewegung bemerkbar.

Von der Generalstaatsanwaltschaft wurden Haftstrafen von bis zu sieben Jahren für die 25- bis 31-Jährigen gefordert. Die 29 Jahre alte Frau sollte eine Bewährungsstrafe erhalten. Die höchste Strafe erhielt ein Mitglied der rechtsextremen Gruppierung, der bereist ein umfangreiches Vorstrafenregister hat: Bereits 29 Mal ist er vorbestraft. 

 Strafe bereits zum Großteil verbüßt - Viele Verurteilte auf freiem Fuß

Da bis auf ihn alle Angeklagten das Strafmaß bereits durch Untersuchungshaft komplett oder zum Großteil verbüßt haben, kamen sie am Freitag auf freien Fuß. Sachsens Justiz hatte lange gegen die „Freie Kameradschaft Dresden“ ermittelt. In weiteren Prozessen wurden bereits fünf Angeklagte als Mitglieder der FKD verurteilt. Seit November 2018 läuft ein weiterer Prozess gegen drei Männer, die zur FKD gehört oder sie unterstützt haben sollen.

Entsetzen über Äußerungen von Pegida-Demonstranten zu Lübcke im Sommer 2019: Justiz hat sich eingeschaltet. Auch Rufe nach dem Verfassungsschutz werden laut.

Kommentar: Was macht ein CDU-Politiker auf der „Pegida“-Höcke-Veranstaltung in Dresden?

dpa/Astrid Theil

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