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Die AfD will es sich mit den Pegida-Anhängern nicht verscherzen.
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Die AfD will es sich mit den Pegida-Anhängern nicht verscherzen.

Pegida

Pegida entzweit die AfD

  • Thomas Kröter
    VonThomas Kröter
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Während AfD-Parteichef Bernd Lucke vor dem offenem Islamhass der Pegida-Bewegung zurückschreckt, suchen seine Stellvertreter die Nähe der Demonstranten. Insbesondere Frauke Petry pflegt beste Kontakte.

Auf dem Parteitag der Alternative für Deutschland (AfD) am Wochenende in Bremen wird sich Hans-Olaf Henkel nur per Video melden. Aber was der frühere Chef des Bundesverbandes der Industrie von der Annäherung seiner politischen Freunde an die Dresdener Montagsdemonstranten hält, hat er im Gespräch mit der FR gesagt: „Wir sollten nicht Pegida nachlaufen, sondern die Vernünftigen unter den Demonstranten von unserem Programm überzeugen.“ Henkel sieht die „Gefahr“, dass die AfD zu weit nach rechts wandert. Deshalb rät er ihr, „Abstand zu bewahren vor Pegida“.

Alexander Gauland, im Bund Vizesprecher wie Henkel, ist anderer Meinung. Der starke Mann der Brandenburger AfD lobt Pegida als „Volksbewegung“, aus der die Partei Kraft schöpfen könne, wie einst die Grünen aus der Anti-Atom-Bewegung.

Einem RBB-Bericht zufolge hat Birgit Bessin, Gaulands Geschäftsführerin im Potsda mer Landtag, früh mit Demo-Koordinator Lutz Bachmann telefoniert, um „Pegida in Brandenburg zu entwickeln“. Bachmanns unrühmlicher Abgang hat Gaulands positive Einschätzung der Bewegung nicht geändert. Ähnlich sieht es Frauke Petry. Während Gauland nur mal bei einer Demonstration vorbeischaute, hat die sächsische Partei- und Fraktionschefin offiziell ein Gespräch mit den Organisatoren geführt.

Keine Wähler verschrecken

Sie verfügt über so enge Kontakte, dass sie Bachmanns Rücktritt schon zwei Stunden vor Pegida meldete. Als eine Kundgebung wegen einer Terrordrohung verboten wurde, warf sie Union, SPD, Linke und Grün vor, durch ihre Kritik an Pegida hätten sie Lage „weiter verschärft“. Petry werden gute Chancen eingeräumt, zumindest vorläufig an der Seite von Parteigründer Bernd Lucke die AfD zu führen, wenn die Partei in Bremen ihre Satzung ändert. Der Wirtschaftsprofessor, lange unangefochtene Nr. 1, ist durch die Wahlerfolge von Gauland und Petry unter Druck geraten. Denn sie wurden nicht mit dem klassischen Thema der Euro-Kritik erzielt, sondern mit konservativen Akzenten in der Familienpolitik und eben der Warnung vor angeblicher Überfremdung.

Lucke versucht bisher, eine mittlere Position einzunehmen. Auch er möchte Menschen, die denken wie die Demonstranten, nicht als Wähler verschrecken. Aber er versucht, die Ablehnung des gewalttätigen Islamismus nicht in generelle Skepsis gegenüber dem Islam ausarten zu lassen. Er mahnte die Demonstranten, anzuerkennen, dass auch Religionsfreiheit und Toleranz „abendländische Werte“ seien. Als Gauland jetzt einen Einwanderungsstopp aus muslimisch geprägten Ländern forderte, widersprach Lucke entschieden.

Wie die Mehrheit in der AfD denkt, darüber dürfte der Parteitag in Bremen ersten Aufschluss geben. Denn außer um die Satzung wird es dort auch um Pegida und den Islam gehen.

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