Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Coronavirus

Patentrechte aussetzen

  • Johannes Dieterich
    VonJohannes Dieterich
    schließen

Prominente appellieren an US-Präsident Joe Biden.

Mit mehr als 1,5 Millionen Infizierten und 55 000 Covid-Opfern ist das Kap der Guten Hoffnung der mit weitem Abstand am härtesten getroffene Staat Afrikas. Obwohl seine Regierung die wohl striktesten Lockdown-Bestimmungen der Welt erließ, wurde das Land auch noch von der weltweit ersten und wesentlich ansteckenderen Virus-Variante heimgesucht. Auch in Sachen Impfstoff ist Südafrika vom Pech verfolgt: Erst vergaß die Regierung, rechtzeitig Vakzine zu bestellen, dann bestellte sie ausgerechnet Astrazeneca, das sich gegenüber dem hiesigen Mutanten als nur eingeschränkt wirksam erwies. Pretoria schwenkte auf das Produkt von Johnson&Johnson um, bis dieses wegen Embolie-Gefahr ins Gerede kam: Die Regierung sah sich zum vorübergehenden Stopp der Impfungen mit „J&J“ gezwungen. Nicht einmal 300 000 Pflegekräfte sind hier bislang geimpft. Falls die Impfkampagne in diesem Tempo weitergehe, rechnete das hiesige „Media Hack“ aus, werde Südafrika erst in 16 Jahren die für eine Herdenimmunität nötige Zahl von Geimpften erreichen.

Bislang wurden lediglich 14 Millionen der 1,3 Milliarden Afrikaner:innen geimpft, gerade mal gut ein Prozent. Der Grund dafür ist allseits bekannt: Die Industrienationen deckten sich mit Impfstoff-Optionen ein, mit denen sie ihre Bevölkerung bis zu sechsmal behandeln könnten. In der Fachwelt wird von „Impfstoff-Apartheid“ gesprochen.

Von den düsteren Aussichten aufgeschreckt appellierten nun 100 Nobelpreisträger:innen und 75 ehemalige Staatsoberhäupter an US-Präsident Biden, einen von Südafrika und Indien bei der Welthandelsorganisation WTO eingebrachten Antrag zu unterstützen, wonach die Patentrechte für Vakzine vorübergehend ausgesetzt werden sollen. Wäre der Vorstoß erfolgreich, könnten Länder auch ohne Einwilligung der Patentinhaber:innen deren Impfstoff herstellen lassen: Doch der Vorstoß wird blockiert – von den USA, der EU, Großbritannien, der Schweiz. jod

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare