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„Partygate“ in Großbritannien: Neue Vorwürfe gegen Boris Johnson

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Von: Vincent Büssow

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Britischer Premierminister Johnson besucht Flughafen in Kent
Boris Johnson muss sich in der „Partygate“-Affäre neuen Vorwürfen stellen. Er soll Lockdown-Partys selbst initiiert haben. (Archivbild) © Matt Dunham/dpa

Boris Johnson steht erneut wegen der „Partygate“-Affäre unter Druck. Berichten zufolge soll der Premierminister Lockdown-Partys selbst initiiert haben.

London – Boris Johnson muss sich neuen Vorwürfen in der Partygate-Affäre stellen. Berichten der Sunday Times zufolge war der Premierminister von Großbritannien nicht nur an den Lockdown-Partys in seinem Amtssitz beteiligt, sondern auch zumindest teilweise für diese verantwortlich. Die neuen Anschuldigungen könnten schwerwiegende Folgen für Johnson haben.

Etliche Wochen war es still um die „Partygate“-Affäre. Der Krieg in der Ukraine hatte dem britischen Premierminister etwas vom innenpolitischen Druck genommen, wobei selbst scharfe Kritiker aus der eigenen Partei zurückgerudert waren. Kurz vor dem Ende der Osterpause des Parlaments in Großbritannien haben neue Berichte die Debatte über das mögliche Fehlverhalten von Boris Johnson allerdings wieder entfacht. Bereits am Dienstag (19.04.2022) kommen die Abgeordneten wieder zusammen, wobei auch Johnson Stellung beziehen will.

„Partygate“: Boris Johnson soll Abschiedsfeier im Corona-Lockdown initiiert haben

Die Vorwürfe, bei denen sich die Sunday Times auf Regierungs-Insider beruft, lauten, dass der britische Regierungschef mindestens eine der Partys, die während des Corona-Lockdowns in seinem Amtssitz gehalten wurden, initiiert haben soll. Dies widerspricht den Beteuerungen aus der Downing Street, laute denen der Premierminister nicht an der Versammlung teilgenommen haben soll. Dabei hatte es sich um eine Abschiedsparty für einen Mitarbeiter gehandelt.

Boris Johnson
AmtPremierminister des Vereinigten Königreichs
Amtsantritt24.07.2019
Geboren19.06.1964 in New York City, USA
ParteiConservative Party

Strafzahlung für Boris Johnson: „Partygate“-Affäre setzt Premierminister unter Druck

Zuvor war eine Strafzahlung gegen Boris Johnson in der „Partygate“-Affäre verhängt worden. Die Veranstaltung, auf die sich das Bußgeld bezieht, hatte im Rahmen des Geburtstags von Johnson selbst stattgefunden. Der Premierminister entschuldigte sich für seinen Fehltritt, kam Rücktrittsforderungen aber nicht nach. Johnson soll auch vorhaben, sich am Dienstag für die neusten Erkenntnisse zu entschuldigen. Dabei wird allerdings erwartet, dass er auf wichtigere Themen, wie den Krieg in der Ukraine, verweist.

Dennoch könnte das Parlament in Großbritannien Johnson abstrafen. Als möglich gilt eine Abstimmung darüber, ob der Premierminister an ein Komitee verwiesen wird, das über mögliche Verstöße von dessen Seite befindet. Dabei steht vor allem im Vordergrund, ob Johnson das Parlament belogen hat, was aus Ansicht vieler Grund für einen Rücktritt wäre. (vbu/dpa)

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