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Parteitag der Linken: Kampf um die Spitze und gegen die Krise beginnt

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Von: Stefan Krieger

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Ein neues Führungsteam soll die Linke aus der Dauerkrise holen. Auf dem Parteitag in Erfurt wählen die Delegierten einen neuen Parteivorstand.

Berlin – Die Linke befindet sich in der Krise. Ein neues Führungsteam soll das ändern. Am kommenden Samstag (25. Juni) wird in Erfurt ein neuer Vorsitz gewählt. Von den insgesamt zehn Bewerber:innen um die beiden Vorsitzenden-Posten werden vier gute Chancen zugeschrieben: Zwei Frauen und zwei Männer. Die Kandiat:innen im Überblick.

Parteitag der Linken: Janine Wissler – Kandidatin unter Druck

Die 41-jährige Janine Wissler steht seit Februar 2021 an der Spitze der Partei. Sie trägt daher Mitverantwortung für die desaströse Lage der Linken. Unter Druck geriet sie im April durch die Sexismus-Vorwürfe in ihrem hessischen Landesverband. Während die Ko-Vorsitzende Susanne Hennig-Wellsow auch wegen dieser Affäre ihren Rücktritt einreichte, entschied sich Wissler, die seit 2021 im Bundestag sitzt, bei der kurzfristig angesetzten Wahl der Parteispitze in Erfurt erneut zu kandidieren.

Pressekonferenz Die Linke
Janine Wissler © Wolfgang Kumm/dpa

Die redegewandte Wissler, die von 2009 bis 2021 die Linken-Fraktionschefin hessischen Landtag führte, wird zwar dem linken Flügel der Partei zugerechnet. Doch besonders in der Frage des Ukraine-Krieges bemüht sie sich um eine eher gemäßigte Positionierung. In einem zur Abstimmung stehenden Leitantrag wirft der Parteivorstand Russland eine „imperialistische Politik“ vor und fordert klare Solidarität mit der Ukraine – was bei den Linken keineswegs selbstverständlich ist.

Parteitag der Linken: Heidi Reichinnek – den Neuanfang wagen

Die 34-jährige Bundestagsabgeordnete Heidi Reichinnek tritt mit dem Anspruch an, für einen Neuanfang bei den Linken brauche es auch andere Köpfe. „Wenn wir die Krise unserer Partei überwinden wollen, muss sich die viel beschworene Erneuerung auch im Parteivorstand widerspiegeln“, lautet das Credo der studierten Politik- und Wirtschaftswissenschaftlerin.

Heidi Reichinnek im Bundestag
Heidi Reichinnek © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die frauenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion will Wissler vom Thron stoßen, wehrt sich aber gegen Spekulationen, vom Lager der ehemaligen stellvertretenden Parteivorsitzenden Sahra Wagenknecht vorgeschickt worden zu sein. Die Politikwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Naher und Mittlerer Osten engagierte sich in den vergangenen Jahren in der Flüchtlingshilfe und Jugendarbeit. Seit 2019 ist sie Landesvorsitzende der Linken in Niedersachsen.

Parteitag der Linken: Sören Pellmann – Die Linke wieder einen

Auch der Leipziger Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann tritt mit dem Anspruch an, die heillos zerstrittene Linke zu einen. Es gehe darum, „mehr miteinander als übereinander zu reden“. Zwar hat Wagenknecht Pallmanns Kandidatur unterstützt. Zu dieser lässt er aber eine deutliche Distanz erkennen - etwa bei der Bewertung des Krieges in der Ukraine.

Linken-Politiker Pellmann
Sören Pellmann © Jan Woitas/dpa

Mit dem 45-Jährigen wirft ein Linken-Politiker seinen Hut in den Ring, dem die Partei viel zu verdanken hat. Er holte im vergangenen Jahr das Direktmandat in seinem Wahlkreis – und machte so den Weg dafür frei, dass die Linke in Fraktionsstärke in den Bundestag einziehen konnte.

Parteitag der Linken: Martin Schirdewan – Der Pragmatiker

Der Linken-Europaabgeordnete Martin Schirdewan will sich zwar keinem Parteiflügel zuordnen, sieht sich aber durchaus als Pragmatiker: Er will das Profil „als moderne sozialistische Gerechtigkeitspartei wieder stärken“. Gebraucht werde eine „programmatische Erneuerung“ der Linken. „Das betrifft für mich vor allem die Versöhnung der sozialen und ökologischen Frage“, lautet sein Credo.

Parteitag Die Linke in Bonn
Martin Schirdewan © Oliver Berg/dpa

Auch in der Frage des Ukraine-Krieges vertritt der Enkel des früheren SED-Politikers Karl Schirdewan eine klare Haltung. Für ihn sind „eine Verurteilung des russischen Angriffskrieges und gelebte Solidarität mit der Ukraine“ angesichts des Leidens der Zivilbevölkerung eine Selbstverständlichkeit. (skr/AFP)

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