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Anmeldung vor einer Impfung in Decines-Charpieu bei Lyon.
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Anmeldung vor einer Impfung in Decines-Charpieu bei Lyon.

Impfungen

Paris setzt auf Zwang

  • Stefan Brändle
    VonStefan Brändle
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Emmanuel Macron kündigt Strafen für Ungeimpfte im Gesundheitswesen an. Doch ob die Order von Macron bestehn kann, ist noch offen.

Der französische Präsident Emmanuel Macron verhängte am Montagabend in einem feierlichen Fernsehauftritt eine Impflicht für das Gesundheitspersonal. Wenn sich Krankenschwestern- und pfleger, Ärztinnen, aber auch Verwaltungsangestellte der Krankenhäuser und Altersheime bis am 15. September nicht geimpft haben, „können sie nicht mehr arbeiten“, stellte Gesundheitsminister Oliver Véran klar. „Und damit werden sie auch nicht mehr bezahlt.“ Weigerten sie sich weiter, müssten sie mit „Entlassung“ rechnen.

Die Impfpflicht für das Gesundheitspersonal wird von den Betroffenen rundum abgelehnt. Das „nationale Syndikat der Krankenpfleger“ bezeichnet die Anordnung als kontraproduktiv: Der Zwang verstärke in dem Gesundheitssektor nur noch die „Zweifel ob der Wirksamkeit der Immunisierungsstoffe“. Verbandssprecher Thierry Amouroux meinte: „Die Helden von gestern werden heute zu den Parias der Gesellschaft.“

Reisen nur mit Nachweis?

Einzelne Betroffene sprechen gar von „Diktatur“. Ein Pfleger namens Franck erklärte in der Zeitung „Le Parisien“, im Krankentransportdienst seines Pariser Spitals seien zehn Angestellte gegen die Impfpflicht. Sie hätten vor, in den Streik zu treten. „Das würde alle Untersuchungen, Röntgenaufnahmen und die Operationen blockieren.“

Von allgemeiner Impfpflicht spricht Macron nicht. Die einzelnen Beschlüsse laufen aber darauf hinaus. Wer in Zukunft am öffentlichen Leben teilnehmen will, muss seine – vor zwei Wochen abgeschlossene – Zweifach-Impfung belegen können. Das gilt nach und nach für Zugfahrten und Flugreisen, für das Einkaufen in größeren Supermärkten, für Restaurants und Cafés oder auch Kinos.

Statt eines Online- oder Papier-Zertifikats kann man einen kürzlich erstellten PCR-Test vorlegen. Dieser wird aber laut Véran „ab Herbst“ kostenpflichtig. Reisende aus dem Ausland müssen PCR- oder antigenische Tests – im Normalfall ab 30 Euros – schon seit vergangenem Mittwoch begleichen.

„Das ist Wahnsinn“

Auch gegen diese Beschlüsse gibt es Widerstände. So namentlich in der Gastronomie, die ab 1. August Zertifikate verlangen muss. „Das ist Wahnsinn“, erklärte der Wirt des Pariser Cafés Cambronne, Roland Hermet. Er sei nicht gegen die Impfpflicht, doch habe er weder die Mittel noch die Angestellten, Impfgendarm zu spielen.

Möglich ist, dass der Staatsrat die Impfpflicht, die so nicht genannt wird, kippen wird. Doch Macron hat mit der Drohung vor finanziellen Einbußen zumindest kurzfristg schon etwas erreicht. Unmittelbar nach seiner Rede buchten fast eine Million Menschen einen Impfterin. Von den 67 Millionen Französinnen und Franzosen hat erst gut die Hälfte eine erste Impfdosis erhalten. Seit Ende Juni steigen die Ansteckungszahlen in Frankreich wieder an.

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