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Anne Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris, nimmt an einer Kundgebung gegen Antisemitismus teil.
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Bürgermeisterin Anne Hidalgo zeigt für die Geldbuße kein Verständnis.

Gleichberechtigung

Paris: Stadt muss Bußgeld wegen zu vieler Frauen zahlen - Hidalgo nennt das „absurd“

  • Joshua Schößler
    vonJoshua Schößler
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Weil in Paris zu viele Leitungsposten mit Frauen besetzt sind, droht ein Bußgeld von 90.000 Euro. Bürgermeisterin Anne Hidalgo nannte die Strafe „ungerecht“.

  • Weil in Paris in den städtischen Führungspositionen zu viele Frauen sitzen, muss die Stadt ein Bußgeld zahlen.
  • Das Ministerium für öffentliche Verwaltung beruft sich in seiner Begründung auf ein Gesetz von 2012.
  • Paris‘ Bürgermeisterin Anne Hidalgo findet die Strafe „absurd“.

Paris – Weil die Frauenquote bei den Leitungsposten der Stadt Paris zu hoch war, muss die französische Hauptstadt eine Geldbuße von 90.000 Euro zahlen. Dies bestätigt das französische Ministerium für öffentliche Verwaltung.

Paris: 90.000 Euro Bußgeld für zu viele Frauen in Leitungsposten

Wie der „Spiegel“ berichtet, liege der Grund für die Geldbuße darin, dass Paris 2018 Leitungsposten ausgeschrieben hatte, von denen elf an Frauen und fünf an Männer gingen. Demnach lag die Frauenquote bei 69 Prozent der Stellen. Kontrolliert wird die Frauenquote immer zwei Jahre rückwirkend.

Das Ministerium für öffentliche Verwaltung beruft sich auf eine Vorschrift, der zufolge mindestens 40 Prozent solcher Posten von Angehörigen eines Geschlechts zu besetzen seien. Männer, die hier lediglich 31 Prozent der Stellen einnahmen, seien bei der Pariser Ausschreibung benachteiligt worden.

Paris: Bußgeld für zu viele Frauen in Leitungsposten wird durch Gesetz von 2012 begründet

Die Vorschrift geht auf ein Gesetz zurück, dass der damalige Staatspräsident Nicolas Sarkozy 2012 verabschiedete. Das Gesetz schreibt vor, dass Frauen und Männer mindestens einen Anteil von je 40 Prozent in Führungspositionen einnehmen müssen. Wie das „Handelsblatt“ schreibt, betrug der Frauenanteil in Führungspositionen zur Zeit, als das Gesetz verabschiedet wurde weniger als 20 Prozent.

Niels Gaubert, der Sprecher des Ministeriums für öffentliche Verwaltung, sagte dem „Handelsblatt“, dass die Geldbuße zwar „absurd“ sei, führte jedoch aus, man könne in einem Rechtsstaat „nicht einfach nach unserem Geschmack Regelungen aussetzen, auch wenn sie völlig am Sinn des Gesetzes vorbeigehen“.

Die Bürgermeistern von Paris Anne Hidalgo nennt Bußgeld wegen zu vieler Frauen „absurd“

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo von der Sozialistischen Partei äußerte, dass sie insgeheim „Freude“ über das Bußgeld empfinde. Sie habe laut „Spiegel“ angekündigt, den Scheck zusammen mit ihren Stellvertreterinnen und anderen Frauen auf Chefposten persönlich zu überreichen. Anne Hidalgo sprach weiterhin im Zusammenhang mit dem Bußgeld von einer „absurden“ und „ungerechten“ Entscheidung.

„Um eines Tages die Parität zu erreichen, müssen wir aufs Tempo drücken, damit mehr Frauen als Männer ernannt werden“, sagte Anne Hidalgo und warf dem Ministerium einen „unverantwortlichen, gefährlichen“ Schritt vor. (Joshua Schößler)

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