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Papst Benedikt XVI. ist in Portugal. Als Pilger besucht er die Marienwallfahrtstätte Fátima.

Portugal-Besuch

Papst verurteilt Missbrauch

Deutliche Worte von Benedikt XVI.: Zum Auftakt seines Portugal-Besuchs prangert der Papst Missbrauchsskandale an und macht den größten Feind der Kirche im Inneren aus.

Lissabon. Papst Benedikt XVI. hat zum Auftakt eines viertägigen Portugal-Besuchs die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche mit deutlichen Worten angeprangert und Buße gefordert. "Der größte Angriff auf die Kirche kommt heute aus dem Innern der Kirche selbst - durch die Sünde", sagte der Papst auf dem Flug von Rom nach Lissabon. "Heute sehen wir das in einer wirklich erschreckenden Weise", betonte er.

Benedikt antwortete im Flugzeug auf Fragen von Journalisten zu den Missbrauchsskandalen vor allem in Irland und Deutschland, die seit Monaten die katholische Kirche schwer belasten. Die Kirche müsse durch "Sühne, Gebet, Akzeptanz und auch Vergebung" einen Weg aus den Skandalen finden. Aber: "Die Vergebung ersetzt nicht die notwendige Gerechtigkeit", sagte der Papst weiter.

Das Flugzeug des Papstes landete um 10.57 Ortszeit (11.57 MESZ) auf dem Militärflughafen Figo Maduro in Lissabon. Benedikt wurde von Portugals Präsident Anibal Cavaco Silva sowie von Ministerpräsident José Sócrates und den Spitzen der portugiesischen Kirche empfangen. Eine "Botschaft der Hoffnung" sei in "diesen Zeiten der Ungewissheit" nötig, sagte Cavaco Silva in seiner Begrüßungsrede in Anspielung auf die schwere Wirtschaftskrise in Portugal.

Benedikt sagte, sein Portugal-Besuch stehe im Zeichen der Hoffnung, er komme als Pilger auf dem Weg zur Marienwallfahrtstätte Fátima und wolle die Gläubigen stärken. Die katholische Kirche sei offen und bereit, mit all denen zusammenzuarbeiten, die den wesentlichen Sinn des menschlichen Lebens nicht an den gesellschaftlichen Rand oder ins Private abdrängen wollten. "Aus einer weisen Lebens- und Weltsicht erwächst die gerechte Gesellschaftsordnung", erklärte das Kirchenoberhaupt.

Auf dem Flug nach Lissabon hatte Benedikt auch die Finanz- und Wirtschaftskrise angesprochen und eine "globale Verantwortung" zur Bewältigung der Probleme gefordert. Nach Ansicht des Papstes schafft ein rein pragmatisch ausgerichtetes Wirtschaftssystem ohne ethische Verankerung "unlösbare Probleme".

Der Besuch Benedikts, der fünfte eines Papstes im ärmsten Land Westeuropas, läuft unter bislang dort nie gesehenen Sicherheitsvorkehrungen ab. (dpa)

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