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Papst vergleicht Ukraine-Krieg mit Nazi-Verbrechen: „Geschichte wiederhole sich“

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Von: Sebastian Richter

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Papst Franziskus bei seiner wöchentlichen Generalaudienz im Vatikan.
Papst Franziskus bei seiner wöchentlichen Generalaudienz im Vatikan. © Andrew Medichini/dpa

Bei seiner Generalaudienz hat Papst Franziskus gegenüber polnischen Pilgern den Ukraine-Krieg mit Naziverbrechen verglichen.

Frankfurt – Der Papst hat das Leiden der Menschen in der Ukraine mit der systematischen Ermordung von jüdischen Menschen durch die Nazis im Zweiten Weltkrieg verglichen. Dabei bezog sich der Papst auf die als „Aktion Reinhardt“ bezeichnete Operation in damals von Nazideutschland besetzten Gebieten. Etwa 1,6 bis 1,8 Millionen jüdische Menschen und rund 50.000 Roma wurden dabei zwischen Juli 1942 und Oktober 1943 ermordet. Die Verbrechen ereignete sich in einem Gebiet, dass die Nazis als Generalgouvernement bezeichnete. Teilweise gehören diese Gebiete heute zur Ukraine.

Papst Franziskus merkte bei einer Rede am Mittwoch (7. Dezember) vor polnischen Pilgern an, dass die Katholische Universität Lublin kürzlich des Jahrestages der Operation Reinhardt gedacht habe. „Möge die Erinnerung an dieses schreckliche Ereignis in allen Menschen Friedensabsichten und -handlungen wecken“, sagte er und erwähnte ausdrücklich die Operation, bei der es sich um eine „Vernichtungsaktion“ handelte. Die „Geschichte wiederhole sich“, fügte der 85-Jährige an. „Wir sehen nun, was in der Ukraine passiert.“

Papst Franziskus äußert sich zum Ukraine-Krieg

Das Oberhaupt der Katholischen Kirche äußert sich in letzter Zeit vermehrt zum Ukraine-Krieg. Anfang Dezember sprach Franziskus über die Gräueltaten von Wladimir Putins Armee. „Im Allgemeinen sind die Grausamsten vielleicht diejenigen, die aus Russland stammen, aber nicht der russischen Tradition angehören, wie die Tschetschenen, die Burjaten und so weiter“, so die Aussage von Papst Franziskus. Daraufhin griff der als „Putins Bluthund“ bekannte Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow, vehement an und bezeichnete den 85-Jährigen als „Opfer der Propaganda ausländischer Medien“.

Rund zwei Monate nach Beginn des Krieges sagte Franziskus, die Nato trage eine Mitschuld am Ukraine-Krieg. Das Verhalten der Nato habe Wladimir Putin dazu verleitet, in die Ukraine einzumarschieren. Im November verglich der Papst den russischen Präsidenten mit Stalin. (spr/dpa)

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