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Erzbischof Heße
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Stefan Heße, katholischer Erzbischof von Hamburg, darf nicht von seinem Amt zurücktreten.

Nach Marx und Woelki

Trotz „Mängeln“ und „Fehlern“: Papst weist Amtsverzicht zurück - Hamburger Erzbischof bleibt

Hamburgs Erzbischof Heße bot dem Papst seinen Amtsverzicht an - er war Personalchef im von Missbrauchsfällen betroffenen Erzbistum Köln. Nun hat der Vatikan entschieden.

Hamburg/Rom - Papst Franziskus hat den Amtsverzicht des Hamburger Erzbischofs Stefan Heße nicht angenommen. Er bat den Geistlichen, „seine Sendung als Erzbischof von Hamburg im Geist der Versöhnung und des Dienstes an Gott“ fortzuführen. So heißt es in einer Mitteilung der Apostolischen Nuntiatur in Berlin, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Erzbischof Stefan Heße betont in einer schriftlichen Stellungnahme: „Die mir gewährte Auszeit ist beendet und ich übernehme nun nach dem Willen des Papstes ausdrücklich wieder Verantwortung als Erzbischof von Hamburg. Dabei bin ich mir durchaus bewusst, dass es nicht unbedingt leicht sein wird, meinen Dienst wieder aufzunehmen.“

Papst Franziskus hält an Hamburger Erzbischof fest - trotz Organisations-„Mängeln“ und „persönlichen Verfahrensfehlern“

In der Mitteilung aus Rom heißt es: „Nach eingehender Prüfung der eingegangenen Dokumente hat der Heilige Stuhl für den fraglichen Zeitraum Mängel in der Organisation und Arbeitsweise des Erzbischöflichen Generalvikariates sowie persönliche Verfahrensfehler Heßes festgestellt“. Die Untersuchung habe jedoch nicht gezeigt, dass diese mit der Absicht begangenen wurden, Fälle sexuellen Missbrauchs zu vertuschen.

Im März war in Köln ein seit langem erwartetes Gutachten vorgestellt worden. Darin wurde untersucht, wie Bistumsverantwortliche in der Vergangenheit mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Priester umgingen. Heße, früher Personalchef und Generalvikar im Erzbistum Köln, wurden insgesamt elf Pflichtverletzungen vorgeworfen. Dabei handelte es sich nach Angaben der Gutachter unter anderem um Verstöße gegen die Melde- und Aufklärungspflicht.

Vatikan: Erzbischof Heße bot Papst selbst Amtsverzicht an - „Anteil für das Versagen des Systems“

Noch am selben Tag bot Heße dem Papst seinen Amtsverzicht an, „um Schaden vom Amt des Erzbischofs sowie vom Erzbistum Hamburg abzuwenden“. Er betonte, er habe sich niemals an der Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen beteiligt. Er sei aber dennoch bereit, seinen Anteil für das Versagen des Systems zu tragen. Heße war 2015 als Erzbischof nach Hamburg gewechselt.

In der Kritik steht seit längerem auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. Franziskus liegt ein Untersuchungsbericht zu Woelki vor, eine Abberufung scheint nicht ausgeschlossen. Woelki selbst will allerdings im Amt bleiben. An anderer Stelle zog das Erzbistum Köln zuletzt schnelle personelle Konsequenzen.  Die Justiziarin Woelkis hat die Kündigung bekommen, weil sie zu Beginn der Corona-Pandemie ihren Bürostuhl mit nach Hause genommen hat. Sie zog deswegen vor Gericht.

Auch den Rücktrittsgesuch des Erzbischofs von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, hatte Franziskus in diesem Jahr abgelehnt. Marx akzeptierte dies - entschuldigte sich aber in der Folge selbst mehrfach öffentlich für Fehler*. (dpa/fn) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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