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US-Hersteller stellt Hightech-Panzer vor: Militär-Fachleute äußern Bedenken

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Von: Vincent Büssow

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Abrams Kampfpanzer
Der Abrams M1 ist der primäre Kampfpanzer der US-Armee. Jetzt wurde der Nachfolger vorgestellt. (Archivbild) © Mateusz Wlodarczyk/imago

In den USA wird ein neuer Hightech-Panzer vorgestellt. Die Waffe soll auch über künstliche Intelligenz verfügen. Beim Militär stößt das auf Skepsis.

Washington D.C. – Der Rüstungskonzern General Dynamics aus den USA hat einen neuen Hightech-Panzer vorgestellt. Der AbramsX soll die größte Neuerung amerikanischer Panzertechnologie seit dem Kalten Krieg mit sich bringen, wie ehemalige Militärbeamte gegenüber der Washington Post sagen. Ausgerechnet der Ukraine-Krieg, der die Rüstungsproduktion aktuell weltweit antreibt, zählt zu den vielen Gründe, weshalb das US-Militär der vermeintlichen Superwaffe skeptisch gegenübersteht.

In einem knapp einminütigen Youtube-Video präsentiert der Rüstungsgigant den neuen Panzer. Der AbramsX soll eine ganze Reihe Verbesserungen zum Vorgängermodell M1 bieten, das bisher als primärer Kampfpanzer der US-Armee diente. So soll der neue Panzer 10 Tonnen weniger wiegen und eine geringere Besatzung benötigen. Der Konzern wirbt allerdings auch mit futuristischer Ausstattung wie einem Hybridmotor und einer künstlichen Intelligenz, die unter anderem zur Erkennung von Gegnern eingesetzt werden soll.

US-Hersteller stellt Hightech-Panzer vor: Militär-Experten äußern Bedenken

Das ist bereits der erste Punkt, bei dem Fachleute skeptisch werden. Zwar sagt der Hersteller, dass die künstliche Intelligenz nicht automatisch schießen könne, und die finale Entscheidung immer von einem Menschen getroffen wird. Wie die Washington Post allerdings schreibt, haben Militärexperten festgestellt, dass die Nutzung einer KI zu schlechten Entscheidungen im Gefecht führen kann. Generell seien Hightech-Waffen wie der AbramsX außerdem schwer zu pflegen und anfällig für Fehler.

M1 AbramsAbramsX
VerbrennungsmotorHybridmotor
Etwa 2,4 Liter pro Kilometer Verbrauch50 Prozent geringerer Verbrauch
Bemannter PanzerturmFerngesteuerter Panzerturm

Neuer Hightech-Panzer aus den USA: Ukraine-Krieg sorgt für Skepsis

Ein weiterer Grund für Skepsis sind die Entwicklungen im Ukraine-Krieg. So weist der ehemalige Marineoberst Mark Cancian darauf hin, dass die militärisch unterlegenen Ukrainer zu Beginn der Ausschreitungen russische Panzer mit Leichtigkeit zerstört haben. Im US-Militär werde deshalb aktuell diskutiert, inwiefern Panzer zur Zukunft militärischer Auseinandersetzungen gehören. Ob der AbramsX also tatsächlich die Waffe „für die nächste Generation“ ist, als die der Hersteller ihn bewirbt, bleibt abzuwarten.

Währenddessen wird hierzulande weiter darüber diskutiert, ob Deutschland Kampfpanzer an die Ukraine liefern soll. (vbu)

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