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Ausländer verlassen Madagaskar.

Madagaskar

Panzer in der Hauptstadt Antananarivo

Der von sozialen Unruhen begleitete Machtkampf auf Madagaskar erreicht eine neue Stufe: Panzer kreuzen durch die Straßen. Der US-Botschafter warnt vor einem Bürgerkrieg - Ausländer verlassen das Land.

Antananarivo. Im Machtkampf auf Madagaskar wird jetzt offensichtlich das Militär aktiv. Augenzeugen berichteten am Freitag über Panzerfahrzeuge in der Hauptstadt Antananarivo. Unklar blieb zunächst, ob es sich um meuternde Soldaten oder regierungstreue Truppen handelt.

US-Botschafter Niels Marquardt hatte am Donnerstagabend im nationalen Fernsehen erklärt, das Land steuere auf einen Bürgerkrieg zu. Seine Botschaft habe daher Familien und Mitarbeiter, die nicht unbedingt benötigt werden, sowie andere US- Bürger zum Verlassen des Landes aufgefordert. Die deutsche Botschaft dagegen wollte in Absprache mit anderen europäischen Vertretungen zunächst noch keine Ausreise-Empfehlung geben. Das Auswärtige Amt rät aber von Reisen nach Madagaskar unter Hinweis auf die unkalkulierbare Lage mit Plünderungen, Ausschreitungen und nächtlichen Ausgangssperren ab.

Während der senegalesische Präsident Abdoulaye Wade die beiden politischen Rivalen, Marc Ravalomanana und Andry Rajoelina, zu Schlichtungsgesprächen in die Hauptstadt Dakar eingeladen hat, gingen die Gewaltakte auf der Insel weiter.

Unbekannte verübten einen Brandanschlag auf das Haus des katholischen Erzbischofs Odon Marie Arséne Razanakolona. Der Präsident des Rates christlicher Kirchen leitet auf Bitten der Vereinten Nationen die Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien.

Auf der Insel stehen sich die Regierung des angeschlagenen Staatspräsidenten Ravalomanana und die Demokratiebewegung des selbst ernannten Präsidenten einer Übergangsregierung, Rajoelina, gegenüber. Der seit Wochen andauernde erbitterte Machtkampf hat bisher mehr als 140 Menschen das Leben gekostet, Hunderte wurden verletzt. (dpa)

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