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Die Grünen

Der Osten in Grün

  • Markus Decker
    VonMarkus Decker
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Vor 25 Jahren vereinigten sich die westdeutschen Ökos mit Bündnis 90 ? das hat die ganze Partei verändert.

Die Grünen zeigen sich 25 Jahre nach der Vereinigung von Bündnis 90 und  West-Grünen zufrieden. Der Bundesgeschäftsführer der Partei, Michael Kellner, sagte der FR: „Bündnis 90 ist aus einer Bewegungsidee entstanden; das verbindet sie mit den Grünen und der 68er-Bewegung.“ Der geborene Thüringer fügte hinzu: „Dass wir uns nicht abfinden mit den Verhältnissen, ist eine Verpflichtung, zu der wir stehen.“ 

Dies gelte umso mehr, als die Freiheit und der demokratische Rechtsstaat in bisher ungeahntem Ausmaß angegriffen würden, fügte Kellner hinzu: „Im Übrigen stellen wir fest, dass die Ostdeutschen in führenden Positionen von Staat und Gesellschaft nach wie vor gravierend unterrepräsentiert sind. Bei uns gibt es hingegen mit Ska Keller als Fraktionsvorsitzender im Europaparlament und Katrin Göring-Eckardt als Fraktionsvorsitzender im Bundestag eine ganze Reihe von Ostdeutschen in herausgehobenen Funktionen.“ 

Der Assoziationsvertrag der Ost- und der Westgrünen trat am 14. Mai 1993 während des Vereinigungsparteitages in Leipzig in Kraft. Erstere hatten 2600 Mitglieder, Letztere 37 000.  Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Werner Schulz, damals einer der Hauptbeteiligten, sagte: „Meine Erinnerungen sind durchweg positiv. Das war ein gleichberechtigter Prozess – im Unterschied zum Anschluss der DDR an die Bundesrepublik nach Artikel 23 Grundgesetz.“ Für die Grünen sei es „eine Läuterung“ gewesen. „Denn der extreme Fundi-Flügel hat die Partei verlassen. “ 

Der heute 68-Jährige war seinerzeit Sprecher und Parlamentarischer Geschäftsführer der acht ostdeutschen bündnis-grünen Abgeordneten; die West-Grünen hatten den Wiedereinzug in den Bundestag 1990 verpasst – was nicht zuletzt daran lag, dass sie der Wiedervereinigung skeptisch gegenüberstanden.

„Das Wort Bündnis bedeutet, dass wir offen sind für Sach- und Reformbündnisse“, sagte Schulz. So habe es die erste Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen in Brandenburg gegeben. Zudem sei seine eigene Bereitschaft zu schwarz-grünen Bündnissen ehedem noch auf erheblichen Widerstand gestoßen; das sei vorüber. Allerdings verließen prominente Ost-Grüne wie Vera Lengsfeld und Günter Nooke noch in den 90er-Jahren die Partei.

Die ostdeutschen Bündnisgrünen sind derzeit zwar – Berlin eingerechnet – an drei ostdeutschen Landesregierungen beteiligt. In Sachsen-Anhalt bilden sie mit CDU und SPD eine Kenia-Koalition, in Berlin und Thüringen koalieren sie mit Linken und Sozialdemokraten. Sowohl bei den Wahlergebnissen als auch bei den Mitgliederzahlen sind die westdeutschen Bündnisgrünen aber unverändert weitaus stärker. In Mecklenburg-Vorpommern sind die Grünen derzeit gar nicht im Landtag vertreten.

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