Türkei

Osman Kavala klagt an

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Offener Brief aus türkischer Haft.

Seit November 2017 wird Osman Kavala in Silivri gefangen gehalten, dem größten Gefängnis Europas. In einem offenen Brief aus seiner Einzelzelle nennt der 61-Jährige nun seine Untersuchungshaft eine „außergerichtliche Strafe“. Eine Anklageschrift liegt nicht vor. Er sei noch nicht einmal von der Staatsanwaltschaft vernommen worden, so Kavala.

Der offene Brief ist nicht der erste Hilferuf des bekannten türkischen Intellektuellen. Bereits am 18. August 2018 wandte er sich an die Öffentlichkeit. In dem Schreiben hieß es: „Ich warte auf den Tag, an dem ich mich vor Gericht verteidigen kann und das Gesicht der Gerechtigkeit sehe.“

Der Fall illustriert die Unterdrückung der Zivilgesellschaft in der Türkei und zeigt, wie weit sich das Land von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie entfernt hat. Der Unternehmer Kavala steckte in den vergangenen Jahre Zigmillionen in die Förderung zivilgesellschaftlicher Aktivitäten. Seine Stiftung Anadolu Kültür sponsert die Kulturarbeit in der türkischen Provinz, unterstützt Menschenrechtsprojekte, arbeitet an der Aussöhnung zwischen Türken, Kurden und Armeniern und fördert die Beziehungen der Türkei zur Europäischen Union.

Der Haftbefehl stützt sich auf den Vorwurf, Kavala habe versucht, „die verfassungsmäßige Ordnung abzuschaffen und die Regierung zu stürzen“.

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