Parteivorsitz

Die CDU orientiert sich nach allen Seiten

Parteipräsidium sucht Integrationsfiguren.

In der CDU laufen die Bemühungen um eine „Teamlösung“ für eine neue Parteispitze vorm Treffen der Führungsgremien am Montag auf Hochtouren. Offenbar wird eine Formation mit einer Art Integrationsfigur als Parteichef und starken Vertretern verschiedener Parteiflügel im Team für die nächste Bundestagswahl favorisiert. So soll wohl eine Kampfkandidatur auf einem möglichen Sonderparteitag im Mai oder Juni verhindert werden.

Weite Teile der CDU-Führung fürchten, dass die Spaltung der Partei nach einer etwaigen erneut knapp entschiedenen Kampfkandidatur wie bei der Wahl der scheidenden Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer 2018 noch vertieft würde. Für den spätestens 2021 anstehenden Bundestagswahlkampf wäre das die denkbar schlechteste Ausgangslage. Befürchtet wird dann ein Wahlsieg der Grünen.

Für die Posten gibt es mehrere Interessenten, darunter den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, den Vize des unionsnahen Wirtschaftsrats und Ex-Unions-Fraktionschef Friedrich Merz sowie den Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag und früheren Bundesumweltminister, Norbert Röttgen. Letzterer hat sich als einziger bisher offen für den Spitzenposten gemeldet.

Unklar war am Freitag noch, ob sich Laschet, Merz und Spahn auf eine Teamlösung verständigen können – und ob dann Röttgen mitziehen würde. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans warnte vor einer weiteren Hängepartie vor der Kür eines neuen Parteivorsitzenden. „Wir müssen uns am Montag auf ein geordnetes Verfahren verständigen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Es muss feststehen, wer kandidiert und wie der genaue Zeitplan für die Wahl des neuen Parteivorsitzenden und des Kanzlerkandidaten aussieht. Wir müssen deutlich machen, dass wir auch in einer schwierigen Zeit nicht orientierungslos sind.“ Über die Kanzlerkandidatur könnte auf dem ordentlichen CDU-Parteitag Anfang Dezember in Stuttgart entschieden werden. Und man könnte sich noch mit der Schwesterpartei CSU absprechen.

Deren Chef, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, riet der CDU erneut, die Führungsfrage zügig zu klären. „Die CDU sollte darauf achten, dass sie durch lange Verfahren nicht in eine ähnliche Lage kommt wie die SPD“, sagte der bayerische Ministerpräsident der „Augsburger Allgemeinen“. Die SPD hatte Monate für die Kür ihres neuen Spitzenduos gebraucht. 

vat/dpa

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