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Viktor Orban hat in Ungarn eine Verordnung erlassen, die den Verkauf von „anstößigen“ Kinderbüchern stark einschränkt. (Archivbild)
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Viktor Orban hat in Ungarn eine Verordnung erlassen, die den Verkauf von „anstößigen“ Kinderbüchern stark einschränkt. (Archivbild)

Verbot von Büchern

Anti-LGBT-Gesetz in Ungarn: Orban erlässt Auflagen zum Verkauf von „anstößigen“ Kinderbüchern

  • VonSebastian Richter
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Das umstrittene Anti-LGBT-Gesetz in Ungarn wird nach und nach in die Realität umgesetzt. Jetzt trifft es Kinderbücher.

Budapest – In Ungarn hat Ministerpräsident Viktor Orban durch eine Verordnung den Verkauf von bestimmten Kinderbüchern eingeschränkt. Die am Freitagabend im Ungarischen Amtsblatt erschienenen Regel betrifft Kinderbücher, die von der heterosexuellen Norm abweichende Inhalte darstellen oder thematisieren.

Dadurch soll ein umstrittenes Gesetz durchgesetzt werden, dass Menschen unter 18 Jahren in Ungarn den Zugang zu Informationen über Homosexualität, Transsexualität und Geschlechtsumwandlungen erschweren soll.

Orban setzt Anti-LGBT-Gesetz durch – „Anstößige“ Bücher werden eingeschränkt

Laut der neuen Verordnung dürfen Kinderbücher, die „die Abweichung von der bei der Geburt empfangenen geschlechtlichen Identität oder Geschlechtsumwandlungen oder selbstzweckhafte Sexualität abbilden sowie Homosexualität darstellen oder popularisieren“ nicht in den Auslagen von Bücherläden gezeigt oder in den Läden für alle sichtbar sein. Die Bücher müssen dann in Ungarn in Verpackungen verkauft werden, durch die der Umschlag nicht zu erkennen ist.

Außerdem dürfen solche „anstößigen“ Bücher nicht im Umkreis von 200 Metern von Schulen oder Kirchen verkauft werden. Diese Regel erinnert an die Gesetzgebung Ungarns zur Prostitution. Sexarbeiterinnen dürfen ebenfalls nicht im Umkreis von 200 Metern um Schulen oder Kirchen arbeiten.

Anti-LGBT-Gesetz in Ungarn will heterosexuelle Normalität durchsetzen

Inkrafttreten wird die neue Verordnung in 30 Tagen. Das Anti-LGBT-Gesetz sieht ein Verbot von Büchern, Filmen und anderen Medien vor, die für Kinder und Jugendliche zugänglich sind und in denen Sexualität dargestellt wird, die von der heterosexuellen „Norm“ abweicht. Auch in der Werbung soll durch ein Verbot vermieden werden, das Homo- oder Transsexuelle als Teil der Normalität in Ungarn erscheinen.

Das Anti-LGBT-Gesetz sorgte für Streit zwischen Ungarn und der Europäischen Union. Die EU-Kommission leitete ein Vertragsverletzungsverfahren ein. Die Präsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete das Gesetz als „eine Schande“. (spr/dpa)

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