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Infektionslage an Schulen

Frage der „Priorität“: Omikron entfacht neue Debatte um Schulschließungen

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
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Obwohl der Schul-Lockdown nach den Erfahrungen der vergangenen Monate als letztes Mittel in der Corona-Krise angesehen wird, will der Lehrerverband bereits vorplanen.

Berlin/Frankfurt – Angesichts der Corona-Variante Omikron fordert der Deutsche Lehrerverband Vorbereitungen für einen möglichen Schul-Lockdown. „Sobald die fünfte Welle Deutschland erreicht, müssen wir schnell reagieren können“, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger dem Tagesspiegel. Sollten im Januar Distanz- und Wechselunterricht sowie Notbetreuung nötig werden, müssten die Pläne dafür jetzt in Gang gesetzt werden. Bis zumr nächsten Corona-Gipfel am 7. Januar könne man damit nicht warten.

Oberstes Ziel müsse es sein, bis zum Ende des Schuljahres so viel Regelunterricht wie möglich zu gewährleisten. Deshalb sei „ein kurzer, harter Schul-Lockdown besser, als dass wir die kommenden Monate immer wieder einzelne Schulen schließen müssen“.

Omikron-Variante: Nicht alle Fachleute für Schul-Lockdown in vierter Corona-Welle

Diese Meinung teilte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, nicht, der sich gegen Schulschließungen aussprach. „Zurzeit sehe ich keinen Anlass, über einen Lockdown der Schulen nachzudenken“, sagte er derselben Zeitung. Es sei davon auszugehen, dass die Booster-Impfkampagne und die aktuellen Kontaktbeschränkungen ausreichten, um die Omikron-Welle einzudämmen.

Obwohl der Schul-Lockdown als letztes Mittel in der Corona-Pandemie angesehen wird, will der Lehrerverband bereits vorplanen. (Symbolfoto)

Auch der Chef der Pisa-Studie, Andreas Schleicher, warnte vor neuen Schulschließungen in der Corona-Krise. „Wir haben gerade im internationalen Vergleich gesehen, dass sich auch bei schwieriger Infektionslage die Schulen offenhalten lassen - wenn das Priorität hat und wenn man entsprechende Vorbereitungen trifft“, sagte der OECD-Bildungsdirektor im Podcast „Die Schulstunde“ der Presse. „Und daran muss man wirklich alles setzen“, fügte er hinzu.

Beim Thema Schule in der Corona-Krise einiges schiefgelaufen

Schleicher kritisierte, beim Thema Schule sei in Deutschland in den beiden Jahren seit dem Beginn der Corona-Pandemie einiges schiefgelaufen. „Man hat die Einkaufszentren offengehalten und die Schulen geschlossen - ich glaube, das muss man jetzt umdrehen“, verlangte er.

Nicht alle Schulen sind mit einer Lüftungsanlage wegen des Coronavirus ausgestattet.

Für den Fall neuer Schulschließungen seien die Folgen ziemlich klar abschätzbar. „Die Schüler, die gelernt haben, selbstständig zu lernen, die Zugang zu gut geeigneter Technologie haben, die zu Hause ein unterstützendes Umfeld vorfinden, für die ist das weniger ein Problem“, sagte Schleicher. „Aber die große Mehrheit, die meistens nur löffelweise gefüttert werden von ihren Lehrkräften, die vielleicht auch gar nicht so motiviert sind, selbstständig zu lernen, die zu Hause nicht das unterstützende Umfeld vorfinden, die werden weiter abgehängt“, ergänzte der Pisa-Chef.

„Wir haben in den ersten zwei Jahren sehr klar gesehen, dass diese Pandemie praktisch jeden kleinen Riss in unserem Bildungssystem verstärkt.“ Gerade der soziale Hintergrund werde sich noch einmal stärker auswirken. „Es kann nicht sein, dass es immer die Jüngsten sind, die den Preis bezahlen für diese Krise.“ (ktho/AFP)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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