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Die Wiesbadener Omas gegen Rechts: Beate Booß, Monika Michaely, Irene Fromberger (v.l.).
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Die Wiesbadener Omas gegen Rechts: Beate Booß, Monika Michaely, Irene Fromberger (v.l.).

Demonstrieren im Alter

Omas gegen Rechts: „Alt sein heißt nicht stumm sein“

Warum sollte man im Alter aufhören, sich politisch zu engagieren? Irene Fromberger von den „Omas gegen Rechts“ geht noch immer auf die Straße um gegen Rechtsextremismus und die AfD zu demonstrieren

Alt sein heißt nicht, stumm zu sein. Da die meisten von uns aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, haben wir Zeit, uns zu engagieren. Als alter Mensch ist man noch lange nicht unpolitisch. Wir fordern die neue Bundesregierung auf, entschlossen gegen Rechts einzutreten. Sie sollte dies zum Schutz von Demokratie und Rechtsstaat in aller Deutlichkeit und für die Bevölkerung sichtbar tun. Wir stellen fest, dass die Grenzen des Sagbaren sich verschieben und die Menschen immer enthemmter auf Andersdenkende regieren.

Omas gegen Rechts: Politisches Engagement kennt keine Altersgrenze

Neulich bin am Infostand sogar angespuckt worden. Das ist mir noch nie passiert. Dass Menschen uns anpöbeln und anbrüllen, ja, das erleben wir oft. Auf Demonstrationen fühlen wir uns aufgrund unseres Alters aber auch geschützt, und wir erleben Respekt und Zustimmung. Nach der Spuckaktion setzten sich junge Aktivisten der Black Lives Matter-Bewegung zu uns, um uns zu beschützen. Das war zum Niederknien schön.

Zur Person

Irene Fromberger ist Sprecherin der Omas gegen Rechts in Wiesbaden. Gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen beteiligt sich die 66-Jährige an Demonstrationen und Kundgebungen, um gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus einzutreten. Zurzeit steht sie mehrmals in der Woche an einem Infostand in der Fußgängerzone, um die Menschen davor zu warnen, die AfD zu wählen.

Die Bundesregierung kann keine Demonstrationen verbieten. Aber sie könnte durchsetzen, dass sich Querdenker, Reichsbürger und Identitäre an Regeln halten, etwa an die Corona-Abstandsregeln. Damit die Gefahr, die von den rechten Gruppen ausgeht, erkannt wird, wünschen wir uns, dass mehr in die Bildungspolitik investiert wird. Der Geschichtsunterricht und die Medienbildung müssen sich verbessern. Insbesondere muss sich der Staat darum kümmern, dass sozial benachteiligte Menschen mehr Bildung erfahren.

Es ist zudem immer und immer wieder darauf hinzuweisen, dass es nur eine solidarische Gesellschaft gibt und dass Spaltung allen schadet. Von der neuen Regierung erhoffen wir uns, dass sie auch entschiedener gegen Antisemitismus eintritt. Auf Gedenktagen Reden zu halten, ist zu wenig.

Demonstrieren für die nächste Generation: Omas gegen Rechts

Wir gehen davon aus, dass die anstehende Bundestagswahl eine Klimawahl ist. Für Omas gegen Rechts ist der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen wichtig; wir beteiligen uns auch an den Fridays for Future-Demonstrationen. Wir fordern einen früheren Ausstieg aus der Kohle, eine schnelle Energie- und Verkehrswende und eine klimaneutrale Wirtschaft. Die europäische Union sollte weiterhin gestärkt werden.

Die Serie

Zur Bundestagswahl am 26. September will die FR denjenigen Gehör verschaffen, die sich auch jenseits der Parteien engagieren: für neue Formen des Wirtschaftens, die den Planeten nicht zerstören. Für wohnliche Städte, gesunde Ernährung, umweltfreundliche Mobilität. Für mehr politische Teilhabe und Gleichberechtigung.

Diese Menschen haben den Mut , auch das zu wählen, was nicht zur Wahl steht. Oft sind es nachdenklich-leise Töne, die von den Mächtigen in Politik und Wirtschaft arrogant ignoriert und von rechtspopulistischen Lautsprechern übertönt werden.Die FR-Serie „Wir können auch anders“ soll ein Verstärker für diese inspirierenden Stimmen sein.

Auch Sie, die Leserinnen und Leser, können sich an unserer Serie beteiligen. Was wäre das erste, das die nächste Bundesregierung tun sollte? Schreiben Sie Ihre Antwort in einem bis drei Sätzen auf und schicken Sie sie an bundestagswahl21@fr.de Eine Auswahl veröffentlichen wir im Rahmen der Serie.

In der nächsten Folge geht es um die Sicherheitsbehörden. Sie erscheint am Dienstag, 14. September.

Zuletzt erschienen: eine Folge zum Thema Religion am Dienstag, 7. September.

Alle Teile zum Nachlesen unter fr.de/bundestagswahl

Aufgezeichnet von Madeleine Reckmann

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