Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Olympia in Peking

Olympia 2022: Streit weitet sich aus - weitere Länder kündigen Boykott an

  • Melanie Gottschalk
    VonMelanie Gottschalk
    schließen
  • Stefan Krieger
    Stefan Krieger
    schließen

Die USA verkünden wegen Menschenrechtsverletzungen in China einen diplomatischen Boykott der Olympischen Spiele in Peking. Andere Länder schließen sich nun an.

Update, 14.20 Uhr: Immer mehr Länder folgen dem Beispiel der USA und schließen sich dem diplomatischen Boykott von Olympia 2022 in China an. Nach Australien hat jetzt auch Großbritannien bekannt gegeben, keine Regierungsvertreter nach Peking zu schicken.

Es handle sich „effektiv um einen diplomatischen Boykott“, sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Mittwoch im Parlament in London. Er bespreche kritische Fragen wie Menschenrechte regelmäßig mit dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping. „Wie ich bereits zuvor sagte, unterstützen wir keinen sportlichen Boykott. Aber es gibt keine Pläne, dass Kabinettsmitglieder die Olympischen Winterspiele besuchen“, sagte Johnson.
 

Auch Boris Johnson wird keine Regierungsvertreter zu den Spielen nach Peking schicken.

Olympia 2022: China droht der USA - „sie werden einen Preis bezahlen“

Update, 13.39 Uhr: Die Volksrepublik China hat auf den diplomatischen Boykott von Olympia 2022 durch die USA reagiert. Selbstredend waren die Machthaber in Peking nicht davon begeistert, dass die Vereinigten Staaten keinerlei diplomatischen Vertreter zu den Winterspielen schicken wollen.

„Sie werden den Preis für ihr Fehlverhalten zahlen“, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian, in einem offiziellen Statement, das er mit der englischen Phrase „Stay tuned“ beendete, die wiederum soviel heißt wie: „Bleiben sie dran.“ Zhao warf den USA außerdem vor, die Winterspiele in Peking aus „ideologischen Vorurteilen, die auf Lügen und Gerüchten basieren, zu stören.

Update vom Mittwoch, 08.12.2021, 11 Uhr: Nachdem die USA bereits am Montag (06.12.2021) einen diplomatischen Boykott von Olympia 2022 angekündigt hatten, zieht nun auch Australien nach und schließt sich dem Boykott der USA an. Das erklärte Premier Scott Morrison am Mittwoch in Sydney.

Als Grund für den Boykott von Olympia 2022 in Peking führte er eine Reihe von Missverständnissen zwischen Canberra und Peking an, darunter Chinas Kritik an Australiens Entscheidung zur Anschaffung von nukleargetriebenen U-Booten. Seine Regierung habe wiederum „Menschenrechtsverstöße in Xinjiang und andere Themen“ angeprangert, doch habe die chinesische Regierung keine Gesprächsbereitschaft gezeigt.

Diplomatischer Boykott von Olympia 2022: China kritisiert Entscheidung Australiens

Australische Sportler:innen sollen trotzdem an Olympia 2022 in Peking teilnehmen, betonte der australische Premier. „Australien ist eine große Sport-Nation, aber ich halte Fragen des Sports und der anderen politischen Angelegenheiten sehr wohl auseinander“, wird er vom RND zitiert.

China kritisierte den Boykott von Olympia 2022 in einer Mitteilung. „Wie wir alle wissen, liegt die Schuld an der gegenwärtigen misslichen Lage der chinesisch-australischen Beziehungen eindeutig bei der australischen Seite“, heißt es in der Mitteilung der chinesischen Botschaft in Australien. China fordere Australien nachdrücklich auf, „praktische Maßnahmen zu ergreifen, um günstige Bedingungen für die Verbesserung der bilateralen Beziehungen zu schaffen.“

Olympia 2022: Olaf Scholz lässt diplomatischen Boykott Deutschlands offen

Update vom Dienstag, 07.12.2021, 11.10 Uhr: Jürgen Mittag, Sportpolitik-Experte der Deutschen Sporthochschule in Köln sagte gegenüber der Deutschen Welle (DW): „Wir werden erleben, dass sich Nichtregierungsorganisationen in den nächsten Monaten noch intensiver zu Wort melden und damit den Druck auf nationale Regierungen verstärken.“ Auch wenn sich lediglich Politiker an einem solchen diplomatischen Boykott beteiligten, sei dieser nicht zu unterschätzen. Das Großereignis könne, je nach Intensität des Boykottes, durchaus in einem gewissen Grade beschädigt werden, so Mittag.

Die Intensität und damit die Wirkung des Boykottes steige etwa, je mehr Regierungen sich daran beteiligten. Gerade bei Globalmächten wie Russland oder China komme es auf die Menge der Beteiligten an. Jedoch werden sich die Regierungen ihre Schritte wohl überlegen müssen: „China ist ein weltpolitisches Schwergewicht, eine Globalmacht. Da wird man relativ genau überlegen, inwieweit man das Mittel eines diplomatischen Boykotts in die Wege leitet, weil zu befürchten steht, dass China darauf an anderer Stelle mit Gegenreaktionen zurückschlägt“, so Mittag gegenüber der DW.

Auf den diplomatischen Konflikt angesprochen weicht der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf der aktuellen Pressekonferenz der Nachfrage aus und verweist auf die neue Bundesregierung, die morgen zusammenkommen und sich erst danach zum Thema positionieren wird. Einen möglichen diplomatischen Boykott Deutschlands der Spiele in Peking lässt Scholz damit offen.

Olympia 2022: USA verkünden diplomatischen Boykott 

Erstmeldung vom Montag, 06.12.2021: Washington – US-Präsident Joe Biden wird mit seiner Regierung den Olympischen Winterspiele in Peking (4. bis 20. Februar) fernbleiben. Diesen diplomatischen Boykott verkündete das Weiße Haus am Montag. Sportler aus den USA dürfen aber an den Wettkämpfen teilnehmen.

„Die Biden-Regierung wird keine Diplomaten oder offiziellen Vertreter zu den Olympischen und Paralympischen Winterspielen 2022 in Peking entsenden. Grund sind die anhaltenden Genozide und Verstöße gegen Menschenrechte in Xinjiang sowie weitere Menschenrechtsverletzungen“, sagte die Sprecherin Jen Psaki: „Die Athleten des Teams USA haben unsere volle Unterstützung. Wir stehen zu 100 Prozent hinter ihnen und werden sie von zu Hause aus anfeuern.“

Olympische Spiele in Peking: Republikanische Senatoren fordern vollständigen Boykott

Biden hatte diese Maßnahme aus Protest gegen die Menschenrechtsverletzungen in China, die Unterdrückung der uigurischen Muslime in Xinjiang und die Repressionen gegen die Demokratiebewegung in Hongkong bereits vor zwei Wochen angekündigt.

Mehrere republikanische Senatoren hatten einen vollständigen Boykott von Olympia 2022 gefordert. Zahlreiche Abgeordnete beider Parteien, darunter die demokratische Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, und der republikanische Senator Mitt Romney, plädieren jedoch für diesen diplomatischen Boykott.

Olympia 2022: Beziehungen zwischen den USA und China stark belastet

Die Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in der chinesischen Provinz Xinjiang sorgt seit Jahren für diplomatische Spannungen mit Peking. Auch das Thema Taiwan hatte die Beziehungen zwischen Washington und Peking zuletzt stark belastet.

Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen und Forschern sind in Xinjiang mehr als eine Million Uiguren und andere Muslime in hunderten Haftlagern eingesperrt. Sie werden dort nach Angaben der Aktivisten zur Aufgabe ihrer Religion, Kultur und Sprache gezwungen und teilweise auch misshandelt. Exil-Uiguren werfen Peking auch Morde, Verschleppungen, Folter und Zwangssterilisationen in der Region vor. (skr/afp/sid/msb)

Rubriklistenbild: © Uk Parliament/Jessica Taylor/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare