„Oldschool Society“

Sächsische „Geheimräte“ vor Gericht

Gegen Mitglieder der rechtsterroristischen „Oldschool Society“ wird in Dresden der Prozess eröffnet.

Knapp vier Jahre nach Auffliegen der rechtsterroristischen „Oldschool Society“ (OSS) macht nun das Oberlandesgericht (OLG) Dresden zwei mutmaßlichen Führungsmitgliedern der Gruppe den Prozess. Den 30 und 43 Jahre alten Männern wird die Bildung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Bereits 2017 hatte das OLG München drei Männer und eine Frau der OSS wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung zu drei bis fünf Jahren Haft verurteilt.

Laut Anklage in Dresden plante die Gruppierung im Frühjahr 2015 einen Sprengstoffanschlag auf eine bewohnte Flüchtlingsunterkunft in der Nähe von Borna in Sachsen. Aber bevor es zu dem Anschlag kommen konnte, wurde die OSS bei einer bundesweiten Durchsuchungsaktion am 6. Mai 2015 ausgehoben.

Die Vereinigung habe sich spätestens ab der zweiten Jahreshälfte 2014 aus einer vornehmlich sächsischen WhatsApp-Gruppe und danach Telegram-Chatgruppe heraus entwickelt und sich fortlaufend weiter strukturiert und radikalisiert, heißt es in der Anklageschrift des Generalbundesanwalts. Ziel sei es gewesen, Anschläge mit Brand- und Nagelbomben zu begehen und die Tötung von Menschen dabei „billigend in Kauf zu nehmen“. Das wurde im November 2014 bei einem ersten und letztlich einzigen Gruppentreffen im sächsischen Frohburg nahe Borna beschlossen. Erörtert wurden auch der „bewaffnete Kampf gegen Salafisten“, die Herstellung von Sprengstoff und „wer bereit wäre, auch in den Knast zu gehen für irgendwelche Taten“. Zu einem weiteren Treffen vom 8. bis 10. Mai 2015 kam es dann wegen der bundesweiten Razzia nicht mehr.

Die Angeklagten sollen zur OSS-Führung gehört haben, die sich „Geheimrat“ nannte. Einer der beiden, Marcel L. (30), kündigte für den nächsten Verhandlungstag 12. Februar an, aussagen zu wollen. Der Mitangeklagte Daniel A. (43) schweigt vorerst. (epd)

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