SPD-Vorsitz

Olaf Scholz tritt mit Klara Geywitz an

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Das Duo kandidiert gemeinsam für den SPD-Vorsitz. Lars Klingbeil und Stephan Weil dagegen verzichten nun doch auf eine Kandidatur.

Es ist eine emotionale Botschaft, mit der sich SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil am Dienstagmittag an seiner Anhänger wendet. Per Twitter-Video teilt der Niedersachse mit, dass er nicht für das Amt des SPD-Bundesvorsitzenden kandidieren wird. Klingbeil hatte zuvor lange öffentlich mit einer Kandidatur kokettiert.

Nun folgt die Absage – weil er keine Frau gefunden hat, die mit ihm antreten will. Wenn man die SPD in einem Team führen wolle, müsse dieses Team zu 100 Prozent zusammenpassen, sagte Klingbeil in dem Video. Er habe Gespräche geführt, um ein solches Team zu bilden, am Ende aber feststellen müssen, dass es eine solche Konstellation derzeit nicht gebe. Daraus habe er Konsequenzen ziehen müssen.

Klingbeil soll lange auf eine Kandidatur mit der kommissarischen SPD-Chefin Manuela Schwesig gehofft haben. Die Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns will aber nicht auf Dauer Vorsitzende der Bundes-SPD werden. Auch, weil sie in ihrem eigenen Landesverband mit Kritik konfrontiert ist und 2021 eine Neuwahl bestehen muss.

Ein anderer Sozialdemokrat ist bei der Suche nach einer Partnerin fündig geworden. Bundesfinanzminister Olaf Scholz tritt zusammen mit der Brandenburger Landtagsabgeordneten Klara Geywitz an. In SPD-Kreisen wurde die Personalie bestätigt, zuerst hatte „Focus Online“ darüber berichtet

Geywitz ist 43 und wie Scholz Mitglied im SPD-Bundesvorstand. Seit 2004 ist die Politikwissenschaftlerin Abgeordnete im Potsdamer Landtag. Dort hat sie sich einen Namen als Innenpolitikerin gemacht. Geywitz gilt als konfliktfähig. Von 2013 bis 2017 war sie Generalsekretärin der Brandenburger SPD – und legte dieses Amt nieder, nachdem Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) die von ihr befürwortete Kreisreform abgesagt hatte. Derzeit befindet sich die dreifache Mutter im Landtagswahlkampf.

Ebenfalls am Dienstag wurde bekannt, dass Niedersachsen Ministerpräsident Stephan Weil nach langem Zögern nun endgültig abgewunken hat. Wie die Welt berichtete, haben sich alle vier niedersächsischen SPD-Landesbezirke für das Bewerber-Duo aus Landesinnenminister Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping ausgesprochen. Der niedersächsische SPD-Landesvorstand will die Entscheidung voraussichtlich am Samstag offiziell absegnen.

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