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Olaf Scholz: Steile Karriere - Vom Rechtsanwalt zum Bundeskanzler

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Von: Jennifer Greve

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Olaf Scholz
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) spricht beim Bundesparteitag seiner Partei zu den Delegierten. © Kay Nietfeld/dpa

Unnahbar oder wohlüberlegt? Der SPD-Politiker Olaf Scholz ist für seine meist unkritischen Äußerungen bekannt. Nun ist er Bundeskanzler.

Berlin - Vom Abitur zum Studium, dann ein Job als Rechtsanwalt, darauf folgt Regierungsdienst: Olaf Scholz (SPD) hat eine steile Karriere hingelegt. Von März 2018 bis Ende 2021 war er Bundesfinanzminister und Vizekanzler von Deutschland. 2021 kandidierte der Politiker als SPD-Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl 2021. Seit Dezember 2021 ist er Bundeskanzler.

Die Umfragewerte waren zwischendurch allerdings im Keller und um die Wählerstimmen stand es schlecht. Das zeigte sich unter anderem bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Dort verlor die SPD 2,2 Prozent im Vergleich zur Wahl 2016 und landete hinter CDU, AfD und den Linken. Doch Scholz blieb optimistisch. In der ARD-Sendung „Maischberger. Die Woche“ äußerte er sich positiv zur Landtagswahl: „Da ist alles drin.“

Bundeskanzler Olaf Scholz: Steile Karriere in der SPD - große Beliebtheit in Hamburg

Mit 17 Jahren trat Scholz der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) bei. Seitdem hat sich im Leben des Politikers einiges getan. 1977 schloss er sein Abitur ab und begann im Folgejahr ein Studium der Rechtswissenschaften. Seit 1985 ist Scholz als Rechtsanwalt tätig. Mitglied des Deutschen Bundestags wurde er das erste Mal 1998. Danach ging es in der politischen Karriere weiter bergauf. Auch im Privatleben erlebte Scholz 1998 großes Glück, als er seine heutige Ehefrau Britta Ernst heiratete. Ernst ist ebenfalls politisch in der SPD zu Hause. Das Ehepaar lebt kinderlos in Potsdam.

NameOlaf Scholz
Geburtsdatum/-ort14. Juni 1958 in Osnabrück
ParteiSPD
Parteimitglied seit1975
Familienstandverheiratet mit Britta Ernst (verh. 1998), kinderlos

Im Wahlkreis Hamburg-Altona wählte man den ruhigen, bisweilen unnahbar wirkenden Politiker 1998 in den Deutschen Bundestag. 2001 baute er seine Beliebtheit weiter aus und wurde Innensenator in Hamburg. 2011 folgte die Wahl zum Ersten Bürgermeister in seiner Heimatstadt Hamburg.

Taugt er zum Bundeskanzler? Olaf Scholz war Finanzminister in der Corona-Krise

Von März 2018 bis Ende 2021 war Scholz der Bundesminister der Finanzen in Deutschland und der Vizekanzler nach Kanzlerin Angela Merkel. Doch taugt er zum Bundeskanzler? Während es in der Corona-Krise bei anderen Politikern teilweise heiß herging, hielt sich der SPD-Politiker lieber bedeckt. „Ich kämpfe um jeden Job“, sagte Scholz im Mai 2020 gegenüber dem Tagesspiegel. Als Bundesfinanzminister war Scholz unter anderem für die milliardenschweren Hilfen zuständig, die durch die staatlichen Corona-Einschränkungen nötig wurden.

Das Bundesfinanzministerium teilte mit, dass die Hilfsprogramme zur Bekämpfung der Corona-Auswirkungen insgesamt über 1.000 Milliarden Euro umfassen: anteilig 353,3 Milliarden Euro für haushaltswirksame Maßnahmen und 819,7 Milliarden Euro für Garantien. Darunter fallen auch mehrere Milliarden Euro für die soziale Sicherung, Soforthilfen für Selbstständige und Freiberufler sowie Fonds zur Wirtschaftsstabilisierung.

Video: Olaf Scholz - SPD-Politiker, Vizekanzler und Kanzlerkandidat

Olaf Scholz: Ruhig, überlegt, neutral - so präsentiert sich der Bundeskanzler

Zuletzt machten SPD und Bundesfinanzministerium Schlagzeilen, weil sie nach einem Masken-Skandal den Rücktritt von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) forderten. So habe es mutmaßlich Pläne gegeben, weniger sichere Schutzmasken, mit fehlendem Wirkungsnachweis, an Einrichtungen für Menschen mit Behinderung oder für Obdachlose zu geben. Olaf Scholz zeigte sich gegenüber dem Spiegel wie immer neutral. Er fordere keinen Rücktritt Spahns, doch es gebe „jetzt Fragen zu beantworten“.

Auf der eigenen Internetseite verkündet Scholz, dass er sich für „eine bessere Infrastruktur, schnelle Breitbandkabel, gebührenfreie Kitas, sozialen Wohnungsbau und vieles mehr“ einsetze. Gerade diese Forderungen seien in der Corona-Krise von Vorteil gewesen. Das bis dato Erreichte habe Deutschland dabei geholfen, dass „Land sicher durch schwierige Zeiten zu führen.“

Olaf Scholz sammelte bei Wahl zum Kanzlerkandidaten 96,2 Prozent

Wirklich abgeholt werden viele Menschen in Deutschland von diesen Versprechungen wohl nicht. Die Umfragewerte der SPD waren weitestgehend rückläufig und auch in der Partei schien man nicht geschlossen hinter Kanzlerkandidat Olaf Scholz zu stehen. Bei der Wahl zum Kanzlerkandidaten erhielt er dennoch eine Mehrheit von 96,2 Prozent der Stimmen. Insgesamt stimmten 20 Personen gegen ihn und es gab 12 Enthaltungen.

Bei seiner Rede vor dem SPD-Bundesparteitag zeigte sich der Politiker unerwartet emotional und ganz im hier und jetzt: Die Erfahrungen in der Corona-Krise müssten aufgearbeitet werden. Man müsse „die richtigen Schlüsse ziehen – und zwar ganz grundsätzlich“, sagte Scholz. Es gehe um die „Zukunft unseres Landes.“

Bundestagswahl 2021: Olaf Scholz und sein Aufstieg zum Bundeskanzler

Kurz vor der Bundestagswahl 2021 stiegen die Umfragewerte für Scholz und die SPD dann aber doch rapide an. Am Ende ging die SPD als Wahlsieger hervor. Gemeinsam mit den Grünen und der FDP bildet die SPD nun die Regierung, Scholz ist Bundeskanzler. (Jennifer Greve)

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