1. Startseite
  2. Politik

„Das Leben geht vor“: Klimaaktivist:innen mit Hungerstreik – Dann schreitet Scholz ein

Erstellt:

Von: Teresa Toth

Kommentare

Klimaaktivist Henning Jeschke und Klimaaktivistin Lea Bonasera aus Berlin brechen den Hungerstreik ab.
Klimaaktivist Henning Jeschke und Klimaaktivistin Lea Bonasera aus Berlin brechen den Hungerstreik ab. © Jörg Carstensen/dpa

Mehrere Wochen nehmen junge Klimaaktivist:innen in Berlin keine Nahrung mehr zu sich – zuletzt sogar keine Flüssigkeit mehr. Nun ist der Streik offiziell beendet.

Berlin – „Ich bin froh, dass die Streikenden abbrechen und wieder trinken und essen“, schrieb Olaf Scholz (SPD) kurz vor der Bundestagswahl 2021 auf Twitter, nachdem die Klimaaktivist:innen ihren Hungerstreik abbrachen. Mehrere Wochen nahmen diese keine Nahrung mehr zu sich, zuletzt auch keine Flüssigkeit mehr. „Das Leben geht vor. Ich stehe zu meinem Gesprächsangebot nach der Wahl, daran werde ich mich halten“, so Scholz.

Hungerstreik in Berlin: Jeschke (21) und Bonasera (24) ohne Flüssigkeit

Mit dem Hungerstreik versuchten die Klimaaktivist:innen, Scholz, Annalena Baerbock und Armin Laschet dazu zu bringen, einen Klimanotstand auszurufen. Der SPD-Politiker und Kanzlerkandidat sicherte den Streikenden ein Gespräch nach den Wahlen zu, forderte jedoch wie Baerbock, den Streik zu beenden. Seit Ende August nahm der 21-jährige Henning Jeschke gemeinsam mit anderen jungen Menschen keine Nahrung mehr zu sich.

Nachdem seine Mitstreiter den Streik nach und nach abbrachen, kündigten Jeschke sowie die 24-jährige Lea Bonasera, die später zum Hungerstreik dazugestoßen war, am Freitag (24.09.2021) an, auch nichts mehr zu trinken. Ohne Flüssigkeit drohen innerhalb kürzester Zeit schwere gesundheitliche Folgen bis hin zum Tod. Vom Hungerstreik waren die beiden Klimaaktivisten ohnehin bereits geschwächt. „In diesem Wahlkampf, in dem es um alles geht, wird nach wie vor so getan, als könnte alles so weitergehen“, begründete Jeschke den Schritt, nichts mehr zu trinken.

Hungerstreik in Berlin: In vier Wochen Gespräch über Klimanotstand

Scholz käme das Wort Klimanotstand nicht einmal über die Lippen, kritisierte der 21-Jährige. „Die mörderische Haltung gegenüber der jungen Generation nehmen wir nicht hin.“, so der 21-Jährige. Lea Bonasera erklärte zu dem Streik: „Ich bin nicht bereit, dass die politische Ignoranz über das siegt, was wichtig ist.“ Nachdem Olaf Scholz das Angebot für ein öffentliches Gespräch über einen Klimanotstand innerhalb der nächsten vier Wochen am Samstag (25.09.2021) erneuerte, brachen die jungen Klimaaktivisten ihren Streik nun ab. Henning Jeschke sowie die SPD bestätigten das geplante Treffen.

Einer der Mitstreitenden von Jeschke und Bonasera musste den Hungerstreik abbrechen, nachdem es ihm so schlecht ging, dass er mit einem Krankenwagen in die Charité gebrachten werden musste.

Auch interessant

Kommentare