1. Startseite
  2. Politik

Scholz verlangt von Schröder die Niederlegung weiterer Ämter

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Fee Halberstadt

Kommentare

Der russische Energiekonzern Rosneft meldet, dass Schröder sein Amt nicht verlängert. (Archivbild)
Der russische Energiekonzern Rosneft meldet, dass Schröder sein Amt nicht verlängert. (Archivbild) © Patrick Pleul/dpa

Schröder verlängert sein Amt bei Rosneft nicht. Bundeskanzler Olaf Scholz fordert ihn dazu auf, weitere Ämter in russischen Unternehmen niederzulegen.

Hildesheim – Altkanzler Gerhard Schröder hat seinen Posten im Aufsichtsrat des russischen Energiekonzerns Rosneft niedergelegt. Die Firma hat am Freitag (20. Mai) mitgeteilt, dass Schröder seine Amtszeit nicht verlängern werde. Neben diesen Tätigkeiten ist der Altkanzler ebenfalls für den Aufsichtsrat des russischen Energiekonzerns Gazprom nominiert und für die Gazprom-Tochtergesellschaften Nord Stream und Nord Stream 2 als führender Lobbyist tätig.

Die Gazprom-Hauptversammlung ist für den 30. Juni geplant. In seinem einzigen Interview seit Beginn des Ukraine-Kriegs mit der „New York Times“ hatte Schröder offen gelassen, ob er die Nominierung für den Aufsichtsratsposten annehmen wird.

Olaf Scholz betont: Schröder stehe mit seiner Haltung alleine da

Bundeskanzler Olaf Scholz (SDP) forderte Schröder laut Informationen der Deutschen Presseagentur nun dazu auf, weitere Tätigkeiten für Unternehmen aus Russland einzustellen. „Wir nehmen zur Kenntnis, dass es jetzt bei einem passiert und die anderen müssen auch noch folgen“, sagte Scholz am Samstag (21. Mai) in Hildesheim am Rande der SPD-Landesdelegiertenkonferenz.

Bundeskanzler Olaf Scholz spricht bei der SPD-Landesdelegiertenkonferenz
Am Rande der SPD-Landesdelegiertenkonferenz in Hildesheim fordert Scholz Schröder zur Niederlegung von Ämtern auf. © Moritz Frankenberg/dpa

Der Bundeskanzler betonte, Schröder stehe mit seiner Haltung allein für sich. Das ist nicht das erste Mal, dass Scholz die Beziehungen von Schröder nach Russland kritisiert, bereits Anfang Februar 2022 wies Scholz den Altkanzler in seine Schranken. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) begrüßte den Schritt von Schröder, dieser komme allerdings zu spät. Es gebe seit drei Monaten Krieg in der Ukraine.

Anders sieht das hingegen FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki, denn er weist die Forderungen an Schröder zurück und widerspricht somit dem Bundeskanzler. „Es bedarf keiner weiteren Maßnahme, weder des Ex-Kanzlers noch des Deutschen Bundestages“, sagte Kubicki, der auch Bundestagsvizepräsident ist, in den Online-Zeitungen der Funke Mediengruppe am Sonntag (22. Mai). „Konsequenzen sind verständlich und nachvollziehbar, die Grenze zur Demütigung sollte aber nicht überschritten werden“, meinte er. (fh/dpa)

Auch interessant

Kommentare