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Weil sie Afrika als Land bezeichnete: Twitter lästert über ÖVP-Wirtschaftsministerin

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Von: Sandra Kathe

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Weil sie Afrika als Land bezeichnete, wurde Österreichs Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck zum Gespött auf Twitter.
Weil sie Afrika als Land bezeichnete, wurde Österreichs Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck zum Gespött auf Twitter. (Archivfoto) © Georg Hochmuth/AFP

Die österreichische Wirtschaftsministerin lädt einige Vertreter afrikanischer Staaten zu einem Treffen in Wien – und erlaubt sich im Vorfeld einen peinlichen Fauxpas.

Wien/Marseille – Wenige Tage vor dem Beginn des EU-Afrika-Gipfels hat Österreichs Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) ihre Amtskollegen aus Kenia, Ruanda und Nigeria zu Gesprächen über die wirtschaftlichen Herausforderungen von Digitalisierung, neuen Technologien und internationalem Handel nach Wien eingeladen. Noch vor dem Sommer solle bei dem Treffen besprochen werden, wie europäische und afrikanische Staaten besser Hand in Hand zusammenarbeiten können.

Um die Vertiefung der Handelsbeziehungen zwischen der EU und den afrikanischen Staaten ging es auch beim EU-Handelsministerrat, an dem Schramböck am Montag (14.02.2022) teilnahm – und sich in einem an dessen Rand geführten Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Sender ORF öffentlichkeitswirksam blamierte.

Vor EU-Afrika-Gipfel: Österreichs Wirtschaftsministerin bezeichnet Afrika als „Land“ – zwei Mal

So bezeichnete die ÖVP-Politikerin Afrika in ihrer Stellungnahme zu einer erweiterten Zusammenarbeit zwischen der EU und Afrika gleich zweimal als „Land“, während sie explizit darauf hinwies, dass in Europa das Bild verbreitet würde, dass Afrika vor allem wegen seiner Geflüchteten eine Rolle spiele.

Schramböck, die unter dem zurückgetretenen Kanzler Sebastian Kurz bereits von 2018 bis 2019 das Ministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort übernahm und seit Anfang 2020 erneut im Amt ist, sagte vor der Kamera des ORF wörtlich: „Afrika ist nicht nur ein Land aus dem Flüchtlinge kommen – das ist oft das Bild, das in Europa verbreitet wird –, sondern es ist ein Land voller Chancen, voller junger Menschen, die hoch digitalisiert sind.“ Deswegen sei es in Europa an der Zeit, tätig zu werden und die Zusammenarbeit zu vertiefen.

Kritik an ÖVP-Wirtschaftsministerin Schramböck: „Afrika ist ein Kontinent“

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter wurde Schramböcks Fehler schnell zum großen Thema, auch die österreichische Parlamentsabgeordnete Henrike Brandstötter von der liberalen österreichischen Partei Neos postete einen Ausschnitt des Interviews und kommentierte: „Das ist ja peinlich, was Schramböck gleich 2x sagt. Afrika ist ein Kontinent mit 54 anerkannten Staaten, in denen über 1,3 Mrd. Menschen leben.“

Der Wirtschaftsministerin gab die Autorin Brandstötter, die sich in mehreren Büchern mit Ländern in Afrika beschäftigt hat, den Rat, die angekündigte Afrika-Konferenz besser nicht zu organisieren: „Das endet nur mit diplomatischen Verwicklungen.“ Etliche weitere Twitter-Nutzer:innen griffen das Thema auf und zogen die österreichische Wirtschaftsministerin lautstark für ihren Fehler auf.

Nach Afrika-Fauxpas: Österreichs Wirtschaftsministerin entschuldigt sich „bei allen Geografen“

In einem Video auf ihrem Instagram-Kanal hat Margarete Schramböck die Verwirrung um Afrika als Kontinent oder Land nun korrigiert und aufgeklärt wie es dazu kam. Alle die darauf hinweisen, dass Afrika kein „Land“ sei, hätten damit natürlich recht, räumt Schramböck in dem kurzen Clip ein: „In dem Moment habe ich an die Wochen gedacht, die ich in Afrika verbracht habe und da kam in meinen Sinn ‚Was für ein schönes Land!‘“, erklärte die ÖVP-Politikerin. Ihren Fehler stellte sie in dem Video dann auch gleich richtig, zudem entschuldige sie sich „ganz offiziell bei allen Geografen“. (ska)

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