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Symbol des Widerstands: Ein Occupy-Demonstrant trägt eine Guy Fawkes-Maske.
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Symbol des Widerstands: Ein Occupy-Demonstrant trägt eine Guy Fawkes-Maske.

Guy-Fawkes-Maske

Occupy und Anonymous: So entstand die Maske

  • Peter Rutkowski
    VonPeter Rutkowski
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Der Comic Autor Alan Moore hat ein Symbol geschaffen, das Widerstandsbewegungen weltweit verwenden – mittlerweile auch im rechten politischen Spektrum

Aktive der Occupy-Bewegungen fanden 2011 sehr schnell ein Symbol, das ebenso nützlich wie stark war: eine Plastikmaske, im Englischen vor allem bekannt als „Anonymous mask“.

Woher kommt sie? 1982 herrschten in Großbritannien Margaret Thatcher und ihre Torys, in denen ein breiter, aber unkoordinierter Widerstand das Heraufziehen einer faschistischen Diktatur wähnte. Es brauchte ein Symbol gegen die Tyrannei.

Alan Moore, ein genialer Comicautor, ersann aus diesem gesellschaftlichen Klima heraus die Serie „V for Vendetta“, in der ein maskierter Superheld für die Massen gegen die Nordischen Nazis kämpft. Zeichner David Lloyd gab dem Widerstandskämpfer eine stilisierte Guy-Fawkes-Maske: breites Grinsen, gezwirbelter Schnurrbart, rosige Wangen, Spitzbart. Eine Ikone war geboren.

Wer war Guy Fawkes? Ein frühbürgerlicher Revolutionär, der bekannteste einer Verschwörergruppe, die am 5. November 1605 das House of Lords in London in die Luft jagen wollte, während der König dort das Parlament eröffnete. Die Gruppe wurde enttarnt, abgeurteilt und hingerichtet. Seitdem macht sich England einen Spaß daraus, zum Jahrestag „Remember, remember, the fifth of November“ zu rezitieren und Strohpuppen mit Guy-Fawkes-Maske zu verbrennen. Der britische Humor hat Fawkes unsterblich gemacht als „den einzigen, der jemals mit einem ehrlichen Ansinnen ins Parlament kam“.

Tatsächlich wollten Fawkes und seine Truppe das protestantische Königreich im Handstreich beseitigen, um dann eine inquisitorische katholische Diktatur nach spanischem Vorbild zu errichten. In Großbritannien wissen das wohl auch nicht zu viele.

Solche Feinsinnigkeiten interessierten die Macher:innen der 2005er Filmadaption „V for Vendetta“ noch viel weniger. Ihr Hollywoodstreifen wurde ein Kassenerfolg. Den Alan Moore wohl so abscheulich fand, dass er seinen Namen damit nicht in Verbindung sehen wollte und auch auf Tantiemen verzichtete.

Die Hackergruppe „Anonymous“ aber erkannte das Potenzial einer so populären Ikone und nutzte sie fortan als „Visitenkarte“. Von dort übernahm Occupy die Maske auch als alternative Vermummung. Nach dem Ende der Proteste bemächtigten sich andere des obdachlos gewordenen Symbols.

Beim Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 waren Trump-Anhänger mit der V-Maske zu sehen. Der Populismus hatte sich ein linkes Symbol angeeignet - eine Tradition der Rechten angesichts ihrer notorischen Fantasielosigkeit (siehe die Übernahme des unpolitischen Hakenkreuzes durch die Antisemiten). Inzwischen sieht man den grinsenden Guy Fawkes auch bei Demos von Corona-Leugner:innen und „Querdenkern“ und als Alternative zur schwarzen Sturmhaube bei Naziaufmärschen. rut

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