US-Wahlen

Obama liest Nato-Partnern die Leviten

Der Demokratische US-Präsidentschaftsbewerber fordert mehr Militär-Engagement in Afghanistan von den Verbündeten.

Der führende demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama hat die Europäer mit harschen Worten zu größerem Engagement in Afghanistan aufgefordert. Obama sagte am Donnerstag (Ortszeit), es gehe nicht an, dass die USA und Großbritannien die "Drecksarbeit" erledigten und kein anderer bereit sei, gegen die Taliban in den Kampf zu ziehen: "Bei allem Respekt für unsere Nato-Verbündeten, wir brauchen mehr Unterstützung von ihnen."

Das war ein klarer Seitenhieb auf Nato-Partner wie Deutschland, die ihren Truppeneinsatz auf relativ ruhige Gebiete beschränkt haben. Ohne ein Land zu nennen, fügte Obama hinzu: "Wir müssen möglicherweise einige Beschränkungen aufheben, die sie für ihre Truppen dort erlassen haben."

Die USA und Großbritannien hatten zuletzt ihren Druck auf Deutschland erhöht, Bundeswehrsoldaten auch in den Kampfgebieten Südafghanistans einzusetzen. Alle Bundestagsfraktionen lehnen das ab. Die Bundesregierung wies die Forderung erneut zurück: "Es gibt nicht die Absicht, an diesem Mandat etwas zu ändern." Obama habe allgemein von Europäern mehr Beiträge verlangt und nicht explizit von Deutschland gesprochen, sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg.

Obama kann sich derzeit die besten Chancen für einen Sieg bei der Präsidentenwahl im November ausrechnen: Im innerparteilichen Rennen trägt ihn vor den Vorwahlen in den bevölkerungsreichen Bundesstaaten Texas und Ohio am Dienstag der Schwung seiner jüngsten Erfolgsserie immer weiter nach vorne. Auch bei einer direkten Konkurrenz gegen den haushohen republikanischen Favoriten John McCain sehen ihn die Meinungsforscher vorne.

In Texas wollen der für Reuters, C-Span und den Houston Chronicle erstellten Umfrage zufolge 48 Prozent der Befragten für Obama stimmen, 42 Prozent für die ehemalige First Lady Hillary Clinton. In Ohio liegt der jüngste Bewerber im Rennen bei 42 Prozent. Clinton erreichte dort zwar 44 Prozent, die Umfrage hat aber eine Fehlerquote von 3,8 Prozent. Auch andere Umfragen wiesen eine Annäherung der beiden Kandidaten aus.

Noch vor wenigen Wochen hatte Clinton in beiden Staaten klar geführt. Nach einer Serie von elf Niederlagen ist sie am Dienstag auf einen Sieg angewiesen, um sich eine Chance auf die Nominierung zu wahren. rtr

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