1. Startseite
  2. Politik

Religiöse Rechte: Nathanael Liminski wird nicht neuer Schulminister in NRW

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Katja Thorwarth

Kommentare

Der Chef der Staatskanzlei, Nathanael Liminski (CDU), könnte Schulminister in NRW werden.
Der Chef der Staatskanzlei, Nathanael Liminski (CDU), könnte Schulminister in NRW werden. © David Young/dpa

Der CDU-Politiker Nathanael Liminski war für den Posten des NRW-Schulministers im Gespräch. Das Amt bekleidet zukünftig aber eine andere. 

+++ 12.35 Uhr: Wie jetzt bekannt wurde, bleibt Nathanael Liminski Chef der Staatskanzlei in NRW. Schulministerin wird die CDU-Politikerin und studierte Verwaltungsjuristin Dorothee Feller.

Religiöse Rechte: Nathanael Liminski war als neuer Schulminister in NRW im Gespräch

Erstmeldung: Düsseldorf – Am 15. Mai fand in Nordrhein-Westfalen die Landtagswahl statt, aus der die CDU mit 35,7 Prozent als klare Wahlsiegerin hervorging. Gemeinsam mit den Grünen wird sie künftig das bevölkerungsreichste Land in Deutschland regieren; wie nun die Ministerriege in den kommenden fünf Jahren aussieht, wird am Mittwoch (29. Juni) bekannt gegeben.

Eine mögliche Personalie sorgt bereits im Vorfeld für Spekulationen: Mehreren Medienberichten zufolge soll möglicherweise Staatskanzleichef Nathanael Liminski (CDU) Schulminister werden. Liminski ist in NRW kein unbeschriebenes Blatt und auch bundesweit kein Unbekannter. Die einst rechte Hand von Armin Laschet stammt aus einem eng mit der reaktionär-katholischen Vereinigung „Opus Dei“ verbundenen Elternhaus – Liminski selbst propagierte als Mitbegründer der „Generation Benedikt“ (2013 unbenannt in „Initiatiive Pontifex“) eine papsttreu-konservative Kirchlichkeit.

NRW-Politiker Nathanael Liminski (CDU): Er will in Sachen Homosexualität dazugelernt haben

„Ich kenne viele Homosexuelle, und einige tun mir leid. Der Staat muss schon aus reiner Selbsterhaltung die natürliche Form der Ehe und Familie fördern“, ist ein Statement Liminskis, das er 2007 dem Spiegel in die Feder diktierte. Später relativierte er seine Aussage und sagte auf einer Veranstaltung der Lesben und Schulen in der Union 2021, dass er „manches so nicht mehr sagen würde“.

Die Autorin und Journalistin Annika Brockschmidt schrieb auf Twitter, dass Liminksi „der religiösen Rechten zugeordnet werden kann und Positionen vertritt/Äußerungen getätigt hat, die ihn für ein solches Amt (Schulminister, K.T.) in einer Demokratie ungeeignet machen.“ Insbesondere im Hinblick auf eine bildungspolitische Funktion könnte ein Amtsträger mit dem skizzierten politischen Hintergrund als ungeeignet für eine solche Machtposition eingeordnet werden.

Kritik kommt nicht nur von der Innenpolitikerin der Linken, Martina Renner. Sie fragte den Landesverband der Grünen auf Twitter, ob er tatsächlich einen „religiösen Fundamentalisten“ zum Bildungsminister in NRW machen wolle. Auch der Zentralrat der Konfessionsfreien äußerte sich unter anderen zur Causa. Der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte der Vorsitzende Philipp Möller: „Jemand wie Nathanael Liminski mit seinen radikal christlichen Vorstellungen sollte nicht die Bildungspolitik eines Landes bestimmen.“ Die Personalie sei ein Beispiel für „demokratische Verantwortungslosigkeit“.

Religiöse Beeinflussung von Schüler:innen müsse verhindert werden, forderte Möller und fügte hinzu, bei einem solchen Bildungsminister sei klar, wie es mit sexueller Aufklärung im Schulunterricht weitergehen würde. (ktho)

Auch interessant

Kommentare